Borkenkäferbefall könnte 2027 deutlich zunehmen
Nach Hitzesommer droht wieder stärkerer Befall

Im Rhein-Neckar-Kreis waren in diesem Sommer vor allem Fichten und Lärchen vom Borkenkäfer betroffen. Kiefern und Douglasien wurden vor allem direkt durch Hitze und Trockenheit geschädigt. Auch wenn die Schadholzmengen bisher deutlich niedriger als in den Vorjahren sind, sei dies kein Grund zur Entwarnung, teilt das Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreises mit. Nach extremen Jahren wie 2003 und 2018 stiegen die Schadholzmengen erst im Folgejahr deutlich an. Damit könnte der Borkenkäferbefall 2027 deutlich zunehmen.
Befallene Bäume frühzeitig entfernen
„Aufgrund der inzwischen gesunkenen Temperaturen gehen die Borkenkäfer in die Winterruhe. Frischbefall ist daher nur noch selten zu erwarten. Bereits angelegte Bruten können sich jedoch noch vollständig entwickeln. Befallene Bäume sollten möglichst frühzeitig entfernt werden, bevor sich die Rinde ablöst“, so Kreisforstamtsleiter Manfred Robens. Spätestens bis Februar sollten sie aus dem Wald gebracht sein, um der ungünstigen Ausgangslage für 2027 entgegenzuwirken. Andernfalls können die Borkenkäfer in den Boden gelangen und dort überwintern, wodurch das Risiko einer weiteren Ausbreitung in der kommenden Käfersaison steigt.
Zusätzlich empfiehlt das Kreisforstamt Waldbesitzenden, befallene Holzpolter zeitnah aus gefährdeten Waldbeständen abzufahren. Sturm- und Schneebruchholz sollte vor Beginn der nächsten Käfersaison unschädlich gemacht werden, etwa durch Entrindung oder Hackung und Abfuhr des Kronenmaterials. Jeder befallene Baum, der in diesem Winter nicht rechtzeitig erkannt und beseitigt wird, erschwert die Situation in der kommenden Saison und erhöht das Risiko einer Massenvermehrung. Sobald die Befallsdynamik an Fahrt aufgenommen hat, ist sie nur noch schwer aufzuhalten.
Bei Fragen oder Unsicherheiten stehen die zuständigen Forstrevierleitungen des Kreisforstamtes als Ansprechpartner zur Verfügung: