Klimakonferenz des Rhein-Neckar-Kreis zeigt, wie Anpassung gelingen kann

Redner steht am Pult und spricht vor Publikum, dahinter ist eine Bildschirmpräsentation zu sehen
Erster Landesbeamter Stefan Hildebrandt eröffnete die 2. Klimakonferenz des Rhein-Neckar-Kreises in der KLIMA ARENA in Sinsheim.

Hitzewellen, Trockenheit, Starkregen – auch im Rhein-Neckar-Kreis sind die Auswirkungen des Klimawandels spürbar. „Das Klima wandelt sich. Wir auch.“ war deshalb das Motto der regionalen Klimakonferenz des Rhein-Neckar-Kreises am 10. Oktober 2026. Nach dem Jahr 2024 fand die Konferenz zum zweiten Mal in der KLIMA ARENA in Sinsheim statt. „Der Klimawandel stellt uns vor staatliche, infrastrukturelle, wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen. Um es anders auszudrücken: Der Klimawandel betrifft uns alle und der Umgang mit dessen Auswirkungen stellt daher eine Gemeinschaftsaufgabe dar. Und wie hier jede und jeder seinen Beitrag leisten kann, darauf wollten wir mit der Konferenz aufmerksam machen“, betont Stefan Hildebrandt, Erster Landesbeamter des Rhein-Neckar-Kreises.

Vom Schwammstadtprinzip bis zum Zukunftsbild 2050

Das vielfältige Programm war von der Geschäftsstelle Klimaschutz des Landratsamtes in Zusammenarbeit mit weiteren Stellen der Behörde und weiteren Fachexperten entwickelt worden. In drei Fachforen konnten sich die Besucherinnen und Besucher informieren. Wie kann Regenwasser auf dem eigenen Grundstück gespeichert, genutzt und versickert werden? Wie können Maßnahmen gleichzeitig dabei helfen, mit Starkregen und Trockenperioden umzugehen? Derlei praktische Fragen standen zum Beispiel im Fokus des Forums „Das Schwammstadtprinzip für Zuhause“.
 
Ein zweites Forum gab einen Überblick über die aktuelle gesetzliche Lage. Expertinnen und Experten aus den Kreisämtern erläuterten, welche Herausforderungen auf die kommunale Daseinsvorsorge zukommen und welche Möglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger bestehen, selbst Vorsorge zu treffen. „In beiden Foren gab es ganz erkennbar den ein oder anderen Aha-Effekt. Und genau das war auch die Intention,“ stellt Martin Sommer, Leiter des Referats Nachhaltige Entwicklung zufrieden fest.
 
Bei der Konferenz blieb auch Raum, erworbenes Wissen kreativ umzusetzen. Im dritten Forum „Wie wollen wir leben? – Zukunftsbilder 2050“ entwickelten die Teilnehmenden eigene Vorstellungen davon, wie klimaangepasste Orte im Rhein-Neckar-Kreis aussehen könnten. Mit Stift, Schere und Kleber entwickelten die Teilnehmenden unterschiedliche Zukunftsbilder. „In diesem Forum ging es nicht darum, konkrete Handlungsimpulse zu geben. Vielmehr war es Thema, dafür zu sensibilisieren, wie bestehende Lebensräume besser an Hitze, Trockenheit und Starkregen angepasst werden können“, erklärt Julia Eustachi von der Geschäftsstelle Klimaschutz.

Viel Raum für persönlichen Austausch

Neben den Fachforen bot die Klimakonferenz viel Raum für Gespräche und persönlichen Austausch. Fragen konnten direkt mit den Fachleuten diskutiert, eigene Erfahrungen eingebracht und unterschiedliche Perspektiven kennengelernt werden. Eine Führung durch die Dauer- und Sonderausstellung „GRÜN STADT GRAU“ der KLIMA ARENA ergänzte das Programm. „Der Klimawandel ist nicht abstrakt, sondern er hat auch Auswirkungen auf das ganz persönliche Leben. Die Konferenz hat gezeigt: Für Bürgerinnen und Bürger ist es hilfreich, Herausforderungen des Klimawandels möglichst greifbar anhand der eigenen Lebenssituation zu machen“, resümiert Landrat-Stellvertreter Stefan Hildebrandt.

Weitere Informationen:

Klimaschutz im Rhein-Neckar-Kreis