Gehölzpflege: Verkehrssicherheit und Naturschutz im Blick

Gehölzbagger im Einsatz an einer Kreisstraße
Gehölzbagger im Einsatz: Die Straßenmeistereien des Rhein-Neckar-Kreises schneiden die Gehölze entlang von Bunds-, Landes- und Kreisstraßen im Rhein-Neckar-Kreis zurück.

Verkehrssicherheit gewährleisten und zugleich wertvolle Lebensräume erhalten: Mit Beginn der Gehölzpflegesaison kümmern sich die drei Straßenmeistereien des Rhein-Neckar-Kreises wieder um Bäume, Hecken und Sträucher entlang der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Die Arbeiten finden während der Herbst- und Wintermonate statt und werden eng mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis abgestimmt.

Jährlich werden Baumschauen durchgeführt

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Zustand der Gehölze. Gerade nach einem heißen und trockenen Sommer können Schäden an Bäumen und Sträuchern auftreten, die teilweise erst mit zeitlicher Verzögerung sichtbar werden. Deshalb werden jährlich Baumschauen sowohl im belaubten als auch im unbelaubten Zustand durchgeführt. Dabei wird geprüft, welche Gehölze geschädigt sind und ob Handlungsbedarf besteht. Entnommen werden nur bereits abgestorbene oder deutlich geschädigte Gehölze sowie solche, von denen eine Gefahr für die Verkehrssicherheit ausgeht.

Gehölze am Straßenrand erfüllen wichtige Funktionen

Gleichzeitig sind Bäume, Hecken und Sträucher entlang der Straßen aus ökologischer wie auch aus verkehrlicher Sicht von großer Bedeutung. "Die Gehölze am Straßenrand erfüllen wichtige Funktionen", erläutert Matthias Knörzer, Betriebsdienstleiter der drei Straßenmeistereien im Rhein-Neckar-Kreis. Sie dienen unter anderem als Sicht-, Blend- und Windschutz und tragen zur Sicherung von Straßenböschungen bei. "Darüber hinaus haben die Gehölze auch eine wichtige gestalterische Funktion, um beispielsweise eine neue Straße landschaftsgerecht in die Region einzubinden", so Knörzer.

Bestände dauerhaft erhalten

Nicht zuletzt sind die Gehölzstreifen wichtige Bestandteile der Biotopvernetzung und bieten Vögeln, Kleinsäugern und Amphibien Lebensraum. Bei der Pflege geht es daher nicht darum, das Straßenbegleitgrün möglichst stark zurückzuschneiden, sondern die Bestände dauerhaft zu erhalten und zugleich die Sicherheit entlang der Straßen zu gewährleisten.
 
Für die Arbeiten kommen unterschiedliche Geräte zum Einsatz. In den meisten Fällen arbeitet der Betriebsdienst mit einem sogenannten Gehölzbagger, der das zu entnehmende Material greift und abschneidet. Bei großen Bäumen kann ein Fällkran eingesetzt werden, kleinere Eingriffe erfolgen mit der Motorsäge. Das anfallende Material wird anschließend gehäckselt und als Hackschnitzel vermarktet.

Verkehrsbehinderungen möglich

Das Bundesnaturschutzgesetz begrenzt umfangreichere Gehölzarbeiten auf den Zeitraum von Anfang Oktober bis Ende Februar des Folgejahres. Während der Arbeiten kann es entlang der betroffenen Straßen zu Verkehrsbehinderungen kommen. Je nach Situation werden Baustellenampeln eingesetzt, kurzzeitig können auch Sperrungen notwendig werden.

Das Amt für Straßen- und Radwegebau sowie die Straßenmeistereien in Neckarbischofsheim, Weinheim und Wiesloch bitten die Verkehrsteilnehmenden deshalb um erhöhte Aufmerksamkeit und Verständnis für mögliche Beeinträchtigungen.