"Badewassertag" im Gesundheitsamt

"Hilfe, das Gesundheitsamt kommt" – diese Vorstellung möchte das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises aus den Köpfen der Badbetreiber und des Personals bekommen. „Natürlich muss das Gesundheitsamt auch kontrollieren, aber vor allem sieht es sich als Partner und Unterstützer“, betonte Elisabeth Rudolf, Hygienekontrolleurin im Gesundheitsamt, beim "Badewassertag 2026". Das "Team Badewasser" des Gesundheitsamtes, das auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist, hatte Betreiberinnen und Betreiber öffentlicher Bäder sowie Mitarbeitende umliegender Gesundheitsämter zur Fortbildungsveranstaltung "Badewassertag 2026" ins Landratsamt eingeladen.
Hygieneanforderungen im Fokus
„Ihr reges Interesse und die große Zahl der Anmeldungen bestätigen die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Badbetreibern und Behörde“, sagte Stefan Kramer, Referatsleiter für technischen Gesundheitsschutz, bei der Begrüßung der mehr als 70 Gäste. Roland Söll, Hygienekontrolleur im „Team Badewasser“, referierte aus seinem reichen Erfahrungsschatz zum Thema Hygieneparameter Chlor, pH-Wert, Redoxspannung (ein Maß für die Desinfektionswirkung des Wassers) und Säurekapazität. Anhand praktischer Beispiele und übersichtlicher Darstellungen erklärte er, wie diese Parameter sich gegenseitig beeinflussen und worauf Betreiberinnen und Betreiber eines Bades achten müssen.
Best-Practice-Beispiel aus Walldorf
Stefan Gottschalk, Abteilungsleiter des AQWA Bäder- und Saunaparks in Walldorf, präsentierte ein Best-Practice-Beispiel für eine konkrete Sanierungsmaßnahme im Schwimmbad. Den Umbau des Nichtschwimmerbeckens und weitere damit zusammenhängende Maßnahmen erläuterte Gottschalk anhand vieler Bilder und praktischer Hinweise dazu, worauf bei solchen Maßnahmen geachtet werden sollte.
Neue Empfehlungen des Umweltbundesamtes
Mit großer Spannung wurde der Vortrag von Dr. Alexander Kämpfe, Fachgebietsleiter für Schwimm- und Badebeckenwasser im Umweltbundesamt, erwartet. In seinem kurzweiligen Vortrag erläuterte er die neuen Empfehlungen des Umweltbundesamtes zu „Hygieneanforderungen in Bädern und deren Überwachung“. Warum sind so viele Untersuchungen des Badewassers notwendig, auch wenn in der Vergangenheit keine Überschreitungen von Grenzwerten festgestellt wurden? Diese und weitere kritische Fragen aus dem Publikum beantwortete der Experte mit Verweis auf das hohe Schutzgut der menschlichen Gesundheit und den Vorsorgegedanken des Infektionsschutzgesetzes.
Am Ende der Veranstaltung waren sich alle einig, dass die Tradition des Badewassertages auch 2027 fortgeführt werden soll.