Neue Wege für Fachkräfte
Der Gesellschaft Gutes tun – und gleichzeitig Nachwuchskräfte finden: Wie das funktionieren kann, zeigte ein gemeinsamer Termin der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, der Stadt Weinheim und der Regionalen Jugendagentur Job Central e.V.
Viele Unternehmen suchen händeringend nach Personal und Nachwuchskräften. In der Praxis greifen sie dabei jedoch häufig ausschließlich auf etablierte Wege der Personalgewinnung zurück. Die Zeit, die Ressourcen und manchmal auch der Mut, sich alternativen Zielgruppen zuzuwenden, fehlen. Dass sich dieser Weg aber durchaus lohnen kann, zeigten die Stabsstelle Wirtschaftsförderung und ihre Partner bei einer Netzwerkveranstaltung in der Lern-Praxis-Werkstatt (LPW) in Weinheim.
Hinter diesem Angebot steht die Regionale Jugendagentur Job Central e.V. Sie zeigt als Trägerin der Jugendberufshilfe, wie sich berufliche Integration, Soziale Innovation und gemeinwohlorientiertes Handeln wirksam verbinden lassen. Mit der LPW begleitet Job Central Jugendliche und junge geflüchtete Menschen praxisnah bei der Berufsorientierung und beim Übergang in Ausbildung und Arbeit. In vielfältigen Workshops und Werkstätten werden praktische Fähigkeiten vermittelt und die Teilnehmenden gezielt auf das Berufsleben vorbereitet.
Der Termin war Teil der Arbeit der Wirtschaftsförderung im Bereich Social Innovation. „Wir machen seit Kurzem ein Event pro Jahr, dieses war nun das dritte. Von Mal zu Mal ist die Zahl der Teilnehmenden dabei gestiegen“, freut sich Dorothee Wagner, Leitung der Stabsstelle.
Nach einer kurzen Begrüßung der 25 Teilnehmenden durch Ada Götz von der Stadt Weinheim und Co-Organisatorin Julia Sliwinski, die das Thema Social Innovation bei der Stabsstelle Wirtschaftsförderung betreut, stellte Lisa Sieckmeyer die Arbeit des Welcome Centers Rhein-Neckar vor, das sich mit der Integration ausländischer Fachkräfte in den deutschen Arbeitsmarkt beschäftigt, und nannte Beispiele für Ansätze, mit denen internationale Fachkräfte noch besser in diesem Bereich unterstützt werden können.
Ante Rašić begrüßte die Anwesenden mit einem kurzen Impuls zur Arbeit der LPW. Dabei schilderte er auch schwierige Fälle wie Schulabstinenzler schon ab 13 Jahren, denen man erst einmal Struktur geben und Selbstwirksamkeit vermitteln müsse.
Wilhelm Schüttler als Vertreter des Unternehmenspartners Freudenberg Service KG stellte im Anschluss ein konkretes gemeinsames Projekt vor: Bei E² Education und Environment arbeiten Mitarbeitende des Unternehmens mit Jugendlichen über eine Dauer von drei Jahren und führen sie – auch über Praktika – an den Alltag in der Arbeitswelt heran.
Nach den Vorträgen wurde es schließlich ganz anschaulich: Die Teilnehmenden erkundeten bei einem Rundgang die Werkstatt, bevor die Veranstaltung mit ausgiebigem Netzwerken ausklang. Hier gab es viele lange und intensive Gespräche unter den verschiedenen Teilnehmenden, bei denen auch neue Verbindungen geknüpft wurden.
„Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels können wir es uns wirtschaftlich nicht leisten, dass hiesige Betriebe auf Fachkräftepotenzial verzichten“, sagt Dorothee Wagner. „Deshalb war es uns wichtig, die wertvolle Arbeit vor Ort in Weinheim im Rahmen unserer Arbeit der Wirtschaftsförderung vorzustellen.“ Für sie steht fest: „Die Lern-Praxis-Werkstatt steht exemplarisch für soziale Innovationen in der Praxis: Sie verbindet Bildungsarbeit, Integration und Fachkräfteentwicklung auf innovative Weise. Gleichzeitig zeigt sie, wie gemeinwohlorientiertes Unternehmertum konkret aussehen kann – nämlich dort, wo wirtschaftliche Bedarfe und gesellschaftliche Herausforderungen zusammen gedacht und nachhaltig gelöst werden.“
Weitere Informationen
Lern-Praxis-Werkstatt | Job Central
Kontakt
Julia Sliwinski
Stabsstelle Wirtschaftsförderung
06221 522-2167
j.sliwinski@rhein-neckar-kreis.de



