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Bodenschutz

Unsere Böden sind über lange Zeiträume hinweg entstanden. Sie sind nicht vermehrbar, aber leicht zu zerstören. Böden sind Zeugnisse der Entwicklungsgeschichte. Ihre unterschiedlichen Eigenschaften lassen sie ihre Funktionen als Naturkörper und als Lebensgrundlage für Menschen und Tiere unterschiedlich ausgeprägt und dauerhaft erfüllen. Böden sind vielfältigen Umwelteinwirkungen ausgesetzt, die ihre Funktionstüchtigkeit früher oder später, vorübergehend oder nachhaltig beeinträchtigen können. Vor allem der oberste Teil des Bodens, in dem Pflanzen wachsen und Bodenorganismen leben, bedarf unseres besonderen Schutzes. Aber auch mit dem tieferen Teil des Bodens muss sorgsam umgegangen werden. Nur dann kann der Boden das in ihm enthaltene oder dort gebildete Grundwasser wirkungsvoll vor schädlichen Einwirkungen schützen.

Mit einem Bodenschutzgesetz und den zugehörigen Verwaltungsvorschriften hat Baden-Württemberg als erstes Bundesland die Voraussetzungen für einen umfassenden, vorsorgenden Bodenschutz geschaffen.

Seit dem 1. März 1999 ist das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) in Kraft. Zweck dieses Gesetzes ist es, nachhaltig die Funktionen des Bodens zu sichern oder wiederherzustellen. Hierzu sind schädliche Bodenveränderungen abzuwehren, der Boden und Altlasten sowie hierdurch verursachte Gewässerverunreinigungen zu sanieren und Vorsorge gegen nachteilige Einwirkungen auf den Boden zu treffen. Bei Einwirkungen auf den Boden sollen Beeinträchtigungen seiner natürlichen Funktionen sowie seiner Funktion als Archiv, der Natur- und Kulturgeschichte so weit wie möglich vermieden werden.

Beispiel eines Bodenaufbaus

Das Kernstück des untergesetzlichen Regelwerks zum Bundes-Bodenschutzgesetz ist die Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) vom 12.07.1999. Sie regelt u.a. die Untersuchung von schädlichen Bodenveränderungen und Altlasten sowie die Bewertung der Untersuchungsergebnisse.

Beim vorsorgenden Bodenschutz steht der sparsame und schonende Umgang mit dem Schutzgut Boden im Vordergrund. Die nachstehende Grafik zeigt den Anstieg der Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrsflächen in den vergangenen Jahren, die im Rhein-Neckar-Kreis aufgrund der Besiedlungsdichte und der wirtschaftlichen Bedeutung leider überdurchschnittlich hoch ist.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Gerade im Hinblick auf unser dicht besiedeltes Land ist eine Trendwende im Flächenverbrauch erforderlich. In Baden-Württemberg werden zur Zeit jährlich 0,1 % der Gesamtfläche des Landes in Anspruch genommen, das bedeutet, das jährlich ca. 35 km² wertvoller Boden verloren geht. Der nachhaltige Umgang mit dem Schutzgut Boden muss durch ein aktives Flächenmanagement unterstützt werden. Beispielsweise kann dem Flächenverbrauch durch die Revitalisierung stillgelegter Industrie- und Gewerbestandorte statt der Inanspruchnahme neuer Bodenflächen entgegen gewirkt werden.

Das Wasserrechtsamt als untere Bodenschutzbehörde ist an vielen Planungs- und Gestattungsverfahren beteiligt und kann darauf einwirken, dass besonders wertvolle Böden nach Möglichkeit erhalten bleiben und dass mit Boden schonend umgegangen wird.

Darüber hinaus hat die Bodenschutzbehörde auch die Aufgabe, Bodenverunreinigungen zu bearbeiten. Diese wurden z.B. durch die Auswirkungen des historischen Bergbaus im Raum Wiesloch und Schriesheim verursacht: das Zutagefördern des schwermetallhaltigen Gesteins und die nachfolgende Verarbeitung führten zum Eintrag von Schwermetallen v.a. in die Böden der Gemarkungen Nußloch und Wiesloch. Während des Erzabbaus wurden Grubenabwässer in die Vorfluter geleitet, ebenso die Abwässer aus der Erzwäsche. Bei der Erzaufbereitung anfallende Schlacken wurden häufig zum Wegebau oder zur „Bodenverbesserung“ landwirtschaftlich genutzter Grundstücke verwendet. Heute treten bei Baumaßnahmen immer wieder anthropogen beeinflusste Horizonte auf, die Schlacken enthalten. Aufgrund der flächenhaften Schwermetallbelastung wurden einige landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzte Gebiete mit großflächig erhöhten Schadstoffgehalten in Wiesloch, Walldorf, Leimen und Nußloch mit Anbauverboten für schwermetallanreichernde Pflanzen ausgewiesen.

Auf Teilen der Gemarkungen Sandhausen und Nußloch gibt es aufgrund jüngerer Erkenntnisse Empfehlungen für Landwirte und Kleingärtner. Im Februar 2017 hat die untere Bodenschutzbehörde einen Leitfaden veröffentlicht:

Leitfaden zum Anbau von Nahrungs- und Futterpflanzen auf arsen- und schwermetallbelasteten Böden im Rhein-Neckar-Kreis (2,9 MB)