Welt-Hepatitis-Tag: Früherkennung kann Leben retten

Logo des Welt-Hepatitis-Tages
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Am 28. Juli ist Welt-Hepatitis-Tag, der in Deutschland unter dem Motto „Lass uns Klartext reden“ steht. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises, das auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist, möchte diesen Anlass nutzen, um auf die Bedeutung von Aufklärung, Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten bei Hepatitis B und C hinzuweisen.

Hepatitis B und C weltweit häufigste Infektionskrankheiten

Bei Hepatitis handelt es sich um eine Entzündung der Leber, die durch verschiedene Viren ausgelöst wird. Hepatitis B und C gehören zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Und während Hepatitis A und E meistens folgenlos ausheilen, kann eine Infektion mit Hepatitis B oder C chronisch verlaufen und schwerwiegende Spätfolgen nach sich ziehen. Denn unbehandelt kann eine chronische Hepatitis Leberzirrhose oder gar Leberkrebs verursachen. Oft ist sie auch Ursache für eine Lebertransplantation.
 

Warum Früherkennung so wichtig ist

Viele Menschen wissen nicht, dass sie mit Hepatitis B oder C infiziert sind. Die Infektion kann über Blut, kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhäute sowie sexuell übertragen werden. Infizierte Schwangere können eine Hepatitis-B-Infektion zudem während der Geburt auf das Neugeborene übertragen.  Besonders tückisch: Eine kranke Leber schmerzt nicht. Oft bestehen keine oder nur geringe und unspezifische Beschwerden. Die Erkrankung bleibt daher in vielen Fällen jahrelang unbemerkt. Deshalb ist es entscheidend, auf die Möglichkeit der Früherkennung hinzuweisen.

Versicherte ab 35 Jahren haben im Rahmen des sogenannten Check-ups (Gesundheitsuntersuchung) einmalig Anspruch auf einen kostenlosen Test auf Hepatitis B und C. Auch wer seinen letzten Check-up vor weniger als drei Jahren hatte, kann den Test separat nachholen. So können Infektionen frühzeitig erkannt und behandelt werden, bevor es zu schweren Leberschäden kommt. „Sprechen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt darauf an!“, rät Dr. Anne Kühn, die das Gesundheitsamt leitet.

Hepatitis ist behandelbar!

Die gute Nachricht: Eine Infektion mit Hepatitis B oder C ist heute nicht nur zuverlässig diagnostizier-, sondern auch therapierbar: es stehen wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Durch die frühzeitige Gabe von antiviralen Medikamenten kann ein schwerer Verlauf in den meisten Fällen verhindert werden. Gegen Hepatitis B ist zudem eine Impfung möglich, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Säuglinge und Kinder empfohlen wird. Auch Personen bestimmter Risikogruppen sollten die Schutzimpfung in Erwägung ziehen. Dazu gehören zum Beispiel Personen mit bestehender oder zu erwartender Schwächung des Immunsystems oder Personen, die in Gesundheits-, Sanitäts- oder Rettungsdienst, im Justizvollzugsdienst oder im Polizeidienst arbeiten.  

Was kann man konkret tun?

Der Welt-Hepatitis-Tag soll dazu ermutigen, das Thema Hepatitis offen anzusprechen und vorhandene Vorsorgeangebote zu nutzen. Denn je früher eine Infektion erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln und schwerwiegende Folgen können häufig verhindert werden. Wer seinen Impfstatus überprüfen oder sich zum kostenlosen Hepatitis-Screening informieren möchte, sollte das Gespräch mit seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt suchen. „Getreu dem Motto ,Lass uns Klartext reden‘ empfehle ich: Nutzen Sie den Welt-Hepatitis-Tag als Anlass, aktiv zu werden – für Ihre Gesundheit und die Ihrer Mitmenschen“, appelliert Dr. Anne Kühn abschließend.

Weitere Informationen:

www.welthepatitistag.info

Infografik: Virus-Hepatitis – von A bis E