Neues Buch macht verborgenes Kulturerbe sichtbar

Bild des Sühnekreuzes
Das Sühnekreuz am westlichen Ortsrand von Meckesheim zeigt eine Backschaufel und darüber einen Kreis, der wahrscheinlich einen Laib Brot darstellt. Die Symbole deuten darauf hin, dass hier ein Bäcker ums Leben kam – wann das passiert ist, ist jedoch nicht überliefert.

Kleindenkmale – darunter Wegkreuze, Bildstöcke, Grenzsteine, Brunnen oder historische Wegweiser – prägen seit Jahrhunderten das Erscheinungsbild unserer Städte und Gemeinden. Sie erzählen von Glauben, Recht, Alltag und Arbeit vergangener Generationen und geben Einblicke in regionale Besonderheiten ebenso wie in größere historische Entwicklungen. Dennoch werden sie im Alltag häufig übersehen.

Kleindenkmale bewahren

Das landesweite Projekt zur Erfassung von Kleindenkmalen wurde seit 2001 unter der Leitung des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart in Kooperation mit den Landkreisen durchgeführt. Ziel des Projekts war es, diese oftmals gefährdeten Objekte systematisch zu dokumentieren, wissenschaftlich einzuordnen und langfristig zu sichern.

Erfassung wurde von 150 Ehrenamtlichen durchgeführt

Als letzter teilnehmender Landkreis hat der Rhein-Neckar-Kreis das Projekt im Zeitraum von 2022 bis 2026 umgesetzt. Die Erfassung der Kleindenkmale wurde von rund 150 Ehrenamtlichen durchgeführt, dank deren Ortskenntnis über 2.000 Kleindenkmale aufgespürt und dokumentiert werden konnten. Ihre Arbeit bildet die Grundlage des Buches, das eine Auswahl dieser Objekte präsentiert und nach Kommunen gegliedert vorstellt.

Wissenschaftliche Auswertung

Ergänzt wird der Band durch wissenschaftliche Auswertungen, die im Rahmen eines Seminars am Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg im Sommer 2025 entstanden sind. Damit verbindet die Publikation bürgerschaftliches Engagement mit akademischer Forschung. Der reich bebilderte Band wird insbesondere durch die Fotografien von Dorothea Burkhardt geprägt, die die Kleindenkmale eindrucksvoll in Szene setzen.

Buch als Dokumentation

Das Buch versteht sich nicht nur als Dokumentation, sondern auch als Einladung: Es ermutigt dazu, beim nächsten Spaziergang genauer hinzusehen und die oft unscheinbaren Zeugnisse der Vergangenheit neu zu entdecken. „Mit der Veröffentlichung wird ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung und Wertschätzung unserer regionalen Identität geleistet – denn nur, was bekannt ist, kann auch geschützt werden“, so Landrat Manuel Just, der in seinem persönlichen Grußwort die Bedeutung des Projekts für die Region hervorhebt.

Öffentliche Buchvorstellung an sechs Orten

Das Buch wird an sechs Terminen vorgestellt, zu denen die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist:

  • 12. August 2026, 17 Uhr, Rathaus Schönau, Rathausstraße 28
  • 13. August 2026, 17 Uhr. Rathaus Waibstadt, Hauptstraße 31
  • 17. August 2026, 17 Uhr, Kulturscheune Gaiberg, Hauptstraße 23a
  • 19. August 2026, 17 Uhr, Rathaus Oftersheim, Mannheimer Straße 49
  • 24. August 2026, 17 Uhr, Altes Rathaus Weinheim, Marktplatz 1
  • Buchvorstellung mit Projektabschluss:
    19. Oktober 2026, 18 Uhr, Domhof Ladenburg, Hauptstraße 9
Titelbild des Buches

Erhältlich ist das Buch zum Preis von 30 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-932102-51-6), direkt beim Eigenverlag des Rhein-Neckar-Kreises, Tel. 06221 522-7740, E-Mail: eigenverlag@rhein-neckar-kreis.de. bzw. im Kreisarchiv Rhein-Neckar-Kreis, Trajanstraße 66, 68526 Ladenburg während der Öffnungszeiten.