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"Baum des Jahres 2026" gepflanzt

Landrat-Stellvertreter und Mitarbeiter des Kreisforstamtes bei der Pflanzaktion
Der Leiter des Kreisforstamts, Manfred Robens, Erster Landesbeamter und Landrat-Stellvertreter Stefan Hildebrandt, Fabian Ernst und Tom Karrer (von links nach rechts). 

Anlässlich des Internationalen Tags des Waldes am 21. März setzte der Erste Landesbeamte und Landrat-Stellvertreter Stefan Hildebrandt gemeinsam mit dem Leiter des Kreisforstamts, Manfred Robens, und dessen Team am Freitag, 20. März, ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Artenvielfalt.

In der Nähe von Gauangelloch pflanzten sie im Kreiswald des Rhein-Neckar-Kreises den „Baum des Jahres 2026“, die Zitterpappel. Mit der Pflanzaktion machten sie auf die Bedeutung der Wälder für Klima, Umwelt und Gesellschaft aufmerksam. „Unsere Wälder stehen durch den Klimawandel vor großen Herausforderungen. Mit gezielten Pflanzungen und einer vielfältigen Baumartenmischung machen wir den Kreiswald Schritt für Schritt widerstandsfähiger“, betonte Stefan Hildebrandt. „Aktionen wie diese zeigen, wie wichtig eine vorausschauende und nachhaltige Waldbewirtschaftung ist.“

Vom Fichtenbestand zur klimaangepassten Mischfläche

Vor Beginn der Pflanzung erläuterte Tom Karrer, Trainee für den gehobenen technischen Forstdienst, die Entwicklung der zu bepflanzenden Fläche. Früher standen dort Fichten, die ab 2018 erstmals vom Borkenkäfer befallen wurden. In den Folgejahren entstand dadurch eine rund ein Hektar große Freifläche. Diese wurde bereits mit verschiedenen Eichenarten, Hainbuchen und Baumhasel bepflanzt. „In diesem Jahr ergänzen wir die Fläche durch die Zitterpappel“, erklärte Karrer. Dem Ersten Landesbeamten war das Areal bereits vertraut: Schon 2019 und 2023 fanden dort gemeinsame Pflanzaktionen statt.

„Assisted Migration“ als Strategie im Klimawandel

Im weiteren Verlauf stellte Karrer das Konzept der sogenannten „Assisted Migration“ vor. Dabei unterstützen Forstleute gezielt die natürliche Einwanderung von Baumarten aus benachbarten Klimazonen. Da sich der Klimawandel schneller vollzieht, als sich viele Baumarten anpassen können, werden geeignete Arten und Herkünfte aus südlicheren Regionen bereits heute an passenden Standorten angepflanzt. „Die Wälder von morgen müssen mit den klimatischen Bedingungen der Zukunft zurechtkommen“, erklärte Manfred Robens, Leiter des Kreisforstamts. „Deshalb setzen wir bewusst auf eine größere Vielfalt an Baumarten und Herkünften. Mischwälder sind deutlich stabiler gegenüber Trockenheit, Schädlingen und extremen Wetterereignissen.“

Die Zitterpappel – eine wichtige Pionierbaumart

Die Zitterpappel, auch Espe genannt, ist eine typische Pionierbaumart mit großer ökologischer Bedeutung. Gerade in Zeiten des Klimawandels kommt es vermehrt zu Ausfällen bei etablierten Baumarten. „Die Zitterpappel kann freie Flächen schnell wieder besiedeln und schützt so den Boden vor Erosion sowie starken Temperaturschwankungen“, so Fabian Ernst, Förster im Kreisforstamt. Zugleich unterstrich er die Bedeutung artenreicher Mischwälder: Je vielfältiger das Baumartenportfolio einer Fläche ist, desto geringer ist das Risiko eines großflächigen Ausfalls infolge extremer Klimaveränderungen.

Pflanzaktion als praktisches Versuchsprojekt

Nach der fachlichen Einführung griffen alle Anwesenden zu den Pflanzspaten. Karrer erklärte den sachgerechten Umgang mit dem sogenannten Hohlspaten. Das Pflanzloch müsse stets an die Größe der Wurzeln angepasst sein. Nur wenn die Wurzeln unbeschädigt eingesetzt werden, könne das junge Bäumchen gut anwachsen. Anschließend werde die Erde vorsichtig eingefüllt und angedrückt.
 
Die Pflanzaktion dient zugleich als Versuchsprojekt. Die Zitterpappel besitzt die Fähigkeit zur vegetativen Vermehrung: Äste können bei Bodenkontakt neue Wurzeln bilden. Neben 25 klassischen Jungpflanzen mit Wurzeln wurden daher auch 25 Stecklinge – also abgeschnittene Äste einer älteren Zitterpappel – in den Boden eingebracht. „Wir wollen beobachten, ob sich die Stecklinge ebenso erfolgreich entwickeln wie regulär gepflanzte Jungbäume“, erklärte Robens. „Wenn sich diese Methode bewährt, könnten wir Zitterpappeln künftig deutlich flexibler und kostengünstiger vermehren.“

Ein Zeichen für klimaresiliente Wälder

Nachdem alle Pflanzen und Stecklinge gesetzt waren, bedankte sich Stefan Hildebrandt bei allen Beteiligten für ihr Engagement. Gemeinsam habe man den Kreiswald ein Stück widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel gemacht und zugleich ein wichtiges Zeichen für die Förderung der Artenvielfalt gesetzt. „Der Wald ist ein zentraler Bestandteil unserer Kulturlandschaft und erfüllt wichtige Funktionen für Klima, Wasserhaushalt und Biodiversität“, so Hildebrandt. „Mit solchen Maßnahmen investieren wir ganz konkret in die Zukunft unserer Wälder.“