Auch in diesem Jahr dürfen sich historisch Interessierte wieder über ein spannendes Vortragsprogramm freuen, das das Kreisarchiv des Rhein-Neckar-Kreises gemeinsam mit der VHS Ladenburg-Ilvesheim e.V. und dem Heimatbund Ladenburg anbietet.
Mit der "Neuen Sachlichkeit", einer Kunst- und Literaturströmung der Weimarer Republik, befasst sich Dr. Inge Herold am Donnerstag, 23. April, um 19:00 Uhr im Domhof in Ladenburg, Hauptstraße 9.
Eine ganze Epoche mit nur einem einzigen Begriff zu prägen, gelingt äußerst selten. Gustav Friedrich Hartlaub (1884−1963), dem zweiten Direktor der Kunsthalle Mannheim, ist mit seiner 1925 kuratierten Schau „Die Neue Sachlichkeit: Deutsche Malerei seit dem Expressionismus“ ebendies geglückt. Er gab einer ganzen Strömung innerhalb der Malerei des 20. Jahrhunderts diesen prägnanten, bis heute weltweit verwendeten Namen. Weit über seine kunsthistorische Bedeutung hinaus ist der Begriff „Neue Sachlichkeit“ zum Synonym für den kulturellen Aufbruch der 1920er-Jahre geworden und bringt die Reaktion auf die umfangreichen politischen wie sozialen Umwälzungen dieses Jahrzehnts, welche in Form von Rationalität und sachliche Präzision nicht nur in Malerei und Grafik, sondern ebenso in Architektur, Design, Fotografie oder Literatur zu beobachten ist, genau auf den Punkt.
Das 100-jährige Jubiläum der legendären Ausstellung ist nun Anlass für Rückblick und kritische Revision. Dabei stehen Themen wie das Zeitgeschehen, der Alltag der Menschen, das Menschenbild und die neue Rolle der Frau, aber auch die Industrialisierung, eine neue Mobilität sowie Stillleben und Landschaften im Mittelpunkt des Vortrags.
Alle Interessierten sind bei freiem Eintritt herzlich eingeladen.