Fachpublikationen des Gesundheitsamtes
*i*umbrella*i*Prävention
2026 | Einflussfaktoren auf den Impfstatus von Kindern bei der Einschulungsuntersuchung
Kurzbeschreibung:
Impfungen sind ein effizientes und nachhaltiges Instrument zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Gleichwohl stellen Infektionskrankheiten nach wie vor ein ernstzunehmendes Problem für die Bevölkerungsgesundheit dar und unterstreichen den Bedarf an wirksamen Präventionsmaßnahmen. In dieser Studie untersuchen wir den Impfstatus von Kindern in Frankfurt am Main (FFM) und dem Rhein-Neckar-Kreis, einschließlich Heidelberg (RNKHD) in Bezug auf die von der STIKO empfohlenen Impfungen für diese Altersgruppe. Dabei werden folgende Fragen adressiert: (i.) gibt es Lücken in der Impfabdeckung der Kinder und welche Impfungen betrifft dies (ii.) welche Faktoren führen zu einer geringeren Impfrate, und (iii.) zeigen sich Unterschiede zwischen den beiden Regionen mit sehr unterschiedlicher Bevölkerungsstruktur. Durch die Beantwortung dieser Fragen sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die als Grundlage für die Verbesserung von zielgruppengerechten Impfangeboten im öffentlichen Gesundheitsdienst dienen können.
2026 | Förderung von Bewegung im Kindergarten: Umsetzung und Nutzung des Bewegungspasses
Kurzbeschreibung:
Die motorische Entwicklung von Kindern ist entscheidend für ein gesundes Aufwachsen, dennoch zeigen viele Kinder bereits im Kita-Alter erhebliche Defizite. Laut der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts bewegen sich rund 84 % der 3- bis 17-jährigen Kinder in Deutschland weniger als die von der WHO empfohlenen mindestens 60 Minuten täglich. Auch die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen in Baden-Württemberg zeigen, dass etwa ein Viertel der Kinder motorische Defizite aufweist. Um dem Bewegungsmangel frühzeitig zu begegnen, wurde der Bewegungspass Baden-Württemberg entwickelt und seit 2023 im Rhein-Neckar-Kreis und in der Stadt Heidelberg implementiert. Durch kostenfreie Schulungen pädagogischer Fachkräfte und die Bereitstellung von Materialien sollen spielerische Übungen zur Förderung motorischer Basisfertigkeiten in Kitas und Sportvereinen eingesetzt werden. Die Inhalte des Bewegungspasses werden mithilfe von neun Symboltieren vermittelt, hinter denen jeweils Übungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten der motorischen Basisfertigkeiten stehen.
Die Umsetzung des Bewegungspasses wurde am Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis im Rahmen einer Masterarbeit am Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität Heidelberg evaluiert. Ziel war es, Häufigkeit und Regelmäßigkeit der Anwendung sowie bevorzugte Übungen zu erfassen und hemmende bzw. fördernde Faktoren für die Nutzung in Kitas systematisch zu identifizieren
2026 | Information und Aufklärung an Schulen über die HPV-Impfung zur Förderung einer höheren HPV-Impfquote
Kurzbeschreibung:
Infektionen durch das Humane Papillomavirus (HPV) gehören zu den häufigsten sexuell übertragenen Infektionen. Einige HPV-Viren können Genitalwarzen oder Gebärmutterhalskrebs hervorrufen, die weltweit zweithäufigste Krebserkrankung der Frau1. Seit 2007 ist die Impfung für Mädchen von der STIKO als Standardimpfung empfohlen, seit 2018 für Jungen. Die Durchimpfungsquote in Deutschland ist niedrig, im Jahr 2021 waren 54% der 15-jährigen Mädchen und 27 % der 15-jährigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft2. Hier besteht großer Aufklärungsbedarf.
In Kooperation mit dem Verein „Impfaufklärung in Deutschland e.V. (Impf Dich)“, dem Heidelberger Institut für Global Health (HIGH) der Universität Heidelberg und dem Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) als Kooperationspartner wurde am Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis, welches auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist (GA RNK/HD), ein Impfaufklärungsprojekt an Schulen initiiert, durch das eine wissenschaftlich evaluierte Steigerung der HPV-Impfquote erreicht werden sollte.
Ziel der Studie war es, die Impflücke zu quantifizieren und die Effektivität einer an der Schule stattfindenden Aufklärung in Bezug auf das Erreichen einer besseren Impfquote für HPV zu evaluieren. In mehreren Landkreisen in Deutschland haben bereits HPV-Impfprojekte an Schulen stattgefunden, von denen allerdings wenige wissenschaftlich begleitet wurden. So fehlen weiterhin Daten, wie effektiv solche Projekte zur Erreichung einer höheren Impfquote sind. In unserem Projekt wurde daher eine interaktive Impfaufklärung angeboten, die in einer Cluster-randomisierten kontrollierten Studie mit Schulkindern der 7. Klasse in Schulen in RNK/HD durchgeführt und dabei wissenschaftlich evaluiert wurde.
2022 | Entwicklungen bei Übergewicht und Adipositas von Vorschulkindern im Zeitraum 2013-2018
Kurzbeschreibung: Early childhood overweight and obesity is a growing public health concern worldwide. Few recent studies have addressed how time trends varied by sociodemographic characteristics at the regional level using large and high-quality data. This study determines how time trends vary in the prevalence of early childhood overweight and obesity by age, gender, and migration background at the regional level. We used a Kernel-density curve to describe the BMI distribution, and evaluated the trends of overweight and obesity by age, gender, and migration background using logistic regression. After adjusting for age, sex, and migration background, trends of overweight significantly increased only among male children in the age 5 year group with migration background, and an upward trend of obesity was observed only among male children in the age 5 year group and female children in the age 6 year group with migration background. BMI distribution as well as general prevalence of overweight and obesity are still increasing among preschool children. Children with migration backgrounds, particularly male children in the age 5 year groups and female children in the age 6 year group should be prioritized. Health promotion strategies for children with migration backgrounds will help address this challenge.
2021 | Zusammenhang zwischen BMI und sichtbaren Einschränkungen bei Vorschulkindern in Deutschland
Kurzbeschreibung: Prevalence of overweight and obesity in Germany is increasing. High body weight can affect children's growth and development. This study aimed to determine the association between body mass index (BMI) and visual impairment among preschool children and explore the potential role of obesity in predicting visual developmental disorder.Six consecutive years of data from the School Entry Examination were collected for all preschool children aged from 4 to 6 years residing in Rhine-Neckar County and the City of Heidelberg, Germany from 2013 to 2018. Univariate and multivariate regression were used to analyze the complete data, multiple imputation was used to deal with missing data. Among the group with an immigrant background, children with obesity were more likely to have visual impairment compared to those with normal body weight after adjusting for survey year, age, and gender of children, education and occupation of parents, screen time-frequency, whether a television was in their bedroom, and quality of preschool outdoor environment. There were significant associations between obesity and visual impairment among German preschool children with immigrant backgrounds. Strategies to support vulnerable groups were needed across all regional schools.
2011 | Einfluss auf den Blutdruck von Vorschulkindern durch elterliches Rauchen
Kurzbeschreibung: Hypertension is the leading risk factor for cardiovascular disease. Although accumulating evidence suggests tracking of blood pressure from childhood into adult life, there is little information regarding the relative contributions of genetic, prenatal, biological, behavioral, environmental, and social determinants to childhood blood pressure. In our study, parental smoking independently affected systolic blood pressure even after correction for other risk factors, such as body mass index, parental hypertension, or birth weight, increasing the likelihood of having a systolic blood pressure in the top 15% of the population. In healthy preschool children, parental smoking is an independent risk factor for higher blood pressure, adding to other familial and environmental risk factors. Implementing smoke-free environments at home and in public places may provide a long-term cardiovascular benefit even to young children.
*i*virus-covid*i*Epidemiologie
2026 | Häufung von MRSA und PVL-positiven Wundinfektionen unter Asylsuchenden in der Landeserstaufnahme Patrick-Henry-Village im Zeitraum 2023-2025
Kurzbeschreibung:
Die Zunahme antibiotikaresistenter Keime stellt ein erhebliches Problem im Gesundheitswesen dar. Besonders Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) und PVL-positive Stämme mit ausgeprägten Resistenzmustern werden zunehmend in Wundinfektionen bei vulnerablen Bevölkerungsgruppen wie Asylsuchenden beobachtet. Gerade bei Asylsuchenden in Europa wurde dieses Problem schon mehrfach für multiresistente Keime beschrieben, jedoch sind wenig genaue Daten über die Prävalenz vorhanden. Eine Miterfassung des Virulenzfaktors PVL wurde überhaupt erst in zwei europäischen Studien beschrieben, jedoch ohne nähere Betrachtung dessen klinischer Manifestation und Bedeutung. Ziel der Untersuchung war es, die Prävalenz und klinischen Besonderheiten von MRSA- und PVL-positiven Wundinfektionen bei Asylsuchenden in der Landeserstaufnahmeeinrichtung in Heidelberg zu analysieren. Mittels Sequenzierungsdaten soll die Herkunft nachvollzogen werden, sowie die geno- und phänotypische Resistenzeigenschaften der jeweiligen Erreger ermittelt werden. Ebenso wurden die klinischen Verläufe und Behandlungsbedarfe bei verschiedenen Genotypen beschrieben.
Kein Anhang – wird am Ende der Studie zugefügt
2026 | Querschnittsuntersuchung zu Besiedelung und Infektionen von Diphtherie bei Asylsuchenden
Kurzbeschreibung:
Bei unzureichendem Impfschutz können Diphtherieinfektionen schwerwiegend bis tödlich verlaufen. In den Jahren 2022 und 2023 war unter Asylsuchenden, die in Deutschland ankamen, eine Häufung von Diphtheriefällen zu beobachten. Über die Hälfte der deutschlandweiten Diphtheriefälle (124 von 308) wurde in diesen beiden Jahren aus Baden-Württemberg gemeldet. Die meisten Fälle waren dabei von Hautdiphtherie betroffen und wurden überwiegend jeweils in der zweiten Jahreshälfte gemeldet. Die rechtzeitige Diagnose, Behandlung sowie umgehend eingeleitete Schutzmaßnahmen sind daher, insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen, unerlässlich, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Ziel dieser Studie war es unter Asylsuchenden, die zwischen August 2024 und Oktober 2024 in Heidelberg in Baden-Württemberg ankamen, den Anteil zu bestimmen, der mit toxigenen Corynebakterien in Wunde und/oder Rachen infiziert oder besiedelt ist, und damit mögliche Risikogruppen zu identifizieren. Da die überwiegende Zahl der Asylsuchenden bei Ankunft keine Impfdokumente mit sich führte, sollte der Immunschutz gegenüber impfpräventablen Erkrankungen mit Hilfe von Serumproben bestimmt werden.
Die Studie wurde in Kooperation zwischen dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg und dem Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis geplant und durchgeführt.
2026 | Wer hat wen angesteckt? Übertragungsmuster von Covid-19 Infektionen
Kurzbeschreibung:
Bei schweren Ausbrüchen und Pandemien, wie z.B. die COVID-19-Pandemie (2020-2023), spielt die Kenntnis von Übertragungsmustern - wer hat wen wo angesteckt – eine wichtige Rolle. Erst dies ermöglicht, Maßnahmen effektiv und zielgerichtet zu gestalten, um vulnerable Bevölkerungsgruppen zu schützen und gleichzeitig andere Gruppen nicht unnötig einzuschränken. Diese Studie untersuchte die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung von Kontaktpersonen, je nachdem um welche Altersgruppe, welche Beziehung zu anderen Erkrankten oder welchen Ort es sich handelte.
2024 | Wirkung der Kontaktpersonen-Nachverfolgung bei verschiedenen Altersgruppen während der Covid-19 Pandemie
Kurzbeschreibung:
Die Studie untersuchte die Rolle verschiedener Altersgruppen in den ersten fünf Pandemiewellen im Rhein-Neckar-Kreis. Hierbei wurden die Unterschiede der Altersgruppen in Bezug auf Quarantäne, Infektion, Übertragung und Sterblichkeit analysiert. Die Bevölkerung wurde in drei Altersgruppen eingeteilt: Kinder und Jugendliche (0-19 Jahre), Erwachsene (20-65 Jahre und Senioren (> 65 Jahre). Für jede Gruppe wurden Häufigkeit der Quarantäne, Infektion und Sterblichkeit sowie relatives Quarantänerisiko, Quarantäne-Effektivität (wie viele in Quarantäne wurden krank) und Faktoren, die eine Vorhersagekraft für die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung in der Quarantäne haben, bestimmt.
Kinder und Jugendliche waren bei der Quarantäne überrepräsentiert gegenüber ihrem Anteil der Gesamtbevölkerung. Während sie am Beginn der Pandemie seltener krank wurden, änderte sich dies mit der Alpha-Variante, und die Kinder waren bei den Infektionen danach überrepräsentiert. Es gab aber wenig schwere Verläufe und keine Todesfälle in dieser Gruppe.
2024 | Epidemiologie der Covid-19 Pandemie in Altenpflegeheimen: Welche Lehren lassen sich ziehen?
Kurzbeschreibung:Eine der wichtigsten Herausforderungen während der Covid-19 Pandemie war es, die Bewohnenden von Alten- und Pflegeheimen (APH) vor einer SARS-CoV-2 Infektion zu schützen, die aufgrund ihres Alters und häufigen Vorerkrankungen eine besonders vulnerable Personengruppe darstellten. Infektionsdaten aus diesen Einrichtungen stellen die Grundlage dar, um Probleme zu identifizieren und daraus für ähnliche Szenarien zu lernen.
Diese Studie analysierte die Melde- und Ermittlungsdaten aus der Kontaktaufnahme des Gesundheitsamts mit den APH im Verlauf der Pandemie von 2020-2023 aus dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Stadtkreis Heidelberg. Im Vergleich zu der jeweiligen Inzidenz in der Bevölkerung war der Eintrag in die Pflegeheime immer zu Beginn einer neuen Welle am höchsten, flaute dann aber trotz steigender Inzidenz wieder ab. Der weitaus größte Teil der Covid19 Infektionen in APH (88%) fand als Teil von Ausbrüchen innerhalb der Einrichtung statt. 95 % der infizierten Bewohnenden (75% der Fälle bei MA) traten innerhalb von Ausbrüchen auf. Das Ausbruchsrisiko war dabei unabhängig von der Größe der Einrichtung. Der hohe Anteil an Mitarbeitenden als Primärfall zeig das Potential, mit einer engeren Teststrategie und Schulung der Mitarbeiter, z.B. im Umgang mit Masken, den Eintrag in die APH möglicherweise noch weiter zu reduzieren und die Infektion gar nicht erst in die Heime zu bringen. Der niedrige Eintrag durch Besuchende weist möglicherweise darauf hin, dass Besuchertestungen und externe Kontaktreduktion als Maßnahmen wirksam waren. Problematisch war, dass es nicht gelang, Ausbrüche innerhalb der Einrichtung mit teilweise vielen Fällen zu verhindern. Hier wäre es wichtig, in gemeinsamer Überlegung mit den Einrichtungen umsetzbare Konzepte zu entwickeln, die die hier gewonnenen Erkenntnisse mit einbeziehen und damit die Erfolgsquote erhöhen könnten.
2024 | Pandemiemanagement in der stationären Langzeitpflege: Herausforderungen und „Best Practice“ während der Covid-19 Pandemie in den Altenpflegeheimen
Kurzinformation:
Die COVID-19-Pandemie hat sowohl die Gesundheitsämter als auch die Alten- und Pflegeheime vor große Herausforderungen gestellt. Mehrere Studien haben die Auswirkungen der pandemiebedingten Maßnahmen auf die Bewohner*innen der Pflegeheime untersucht. Weniger im Fokus des wissenschaftlichen Interesses standen bisher die Kommunikation und Zusammenarbeit der Pflegeheime mit den Gesundheitsämtern, sowie die ethischen und fachlichen Herausforderungen, mit denen sich beide Gruppen an Akteur*innen bei der Bewältigung und Verhinderung von Ausbrüchen konfrontiert sahen. Dieses Forschungsdesiderat wurde mittels einer gemeinsam vom Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis und dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin (Medizinische Fakultät Heidelberg) durchgeführten qualitativen Interviewstudie adressiert. Es wurden 38 semistrukturierte Interviews mit Mitarbeiter*innen des während der Pandemie am Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis eingerichteten „COVID-19 Heim-Teams“ und Mitarbeiter*innen aus 10 Einrichtungen der Langzeitpflege geführt, die in den Verantwortungsbereich des Gesundheitsamts Rhein-Neckar-Kreis fallen. Hieraus wurden ethische und fachliche Herausforderungen des Ausbruchsmanagement aus beiden Perspektiven identifiziert, sowie bewährte „Best Practice“ Beispiele in der Zusammenarbeit beider Gruppen herausgearbeitet. Die Interviews lieferten Anhaltspunkte für Unterstützungsmöglichkeiten und Verbesserungspotenzial in zukünftigen Krisenlagen und Infektionsausbrüchen für den Öffentlichen Gesundheitsdienst und in der Zusammenarbeit mit den Langzeitpflegeeinrichtungen.
*i*droplet*i*Wasser, Umwelt und Klima
2024 | Schadensfall Epoxidharzsanierung: Hausinstallationen und die Kontamination mit Bisphenol A
Kurzbeschreibung:
Als vermeintlich kostengünstige, saubere und zeitsparende Alternative zu einer Komplettsanierung wurden vor allem in den Jahren zwischen 2005 und 2015 Rohrinnenbeschichtungen mit Epoxidharz angeboten und durchgeführt. Bei diesem Verfahren wird das Leitungssystem zunächst entleert und mit warmer Luft trockengeblasen. Anschließend erfolgt eine Reinigung der Rohrleitungen mit einem Sandstrahlverfahren, bei dem ein Sand/Luftgemisch mit hoher Geschwindigkeit durch das Leitungssystem geblasen wird. Abschließend wird ein 2-Komponenten-Epoxidharz, üblicherweise bestehend aus den zwei Substanzen Bisphenol A und Epichlorhydrin, ebenfalls mit Druckluft in das Leitungssystem gepresst. Problematisch bei diesem Vorgehen ist die Tatsache, dass in einem weitverzweigten Trinkwassersystem weder die vollständige Reinigung noch die vollständige und gleichmäßige Beschichtung gewährleistet und kontrolliert werden können. Außerdem sind die Epoxidharze nur bis 65 °C beständig, so dass thermische Desinfektionen des Trinkwassersystems eine Zerstörung der Schutzschicht zur Folge haben.
Aufgrund der toxikologischen Eigenschaften von BPA und des möglichen Übergangs aus mittels Epoxidharzbeschichtung sanierten Hausinstallationen ins Trinkwasser wurde eine entsprechende Studie in Baden-Württemberg initiiert. In den Jahren 2022 und 2023 wurden von den Gesundheitsämtern des Landes insgesamt 180 Trinkwasserproben aus 30 Wohngebäuden genommen und im CVUA Stuttgart auf das Vorkommen von BPA untersucht.
BPA wurde nur in Warmwasserproben gefunden, was vor allem bei regelmäßiger Verwendung von Warmwasser zur Zubereitung von Heißgetränken (z.B. Tee, Kaffee) oder für die Zubereitung von Speisen (vor allem Säuglingsnahrung) ein rlevanter Faktor sein kann. Das Umweltbundesamt betont immer wieder, dass Warmwasser nicht zum Trinken und für die Zubereitung von Speisen genutzt werden sollte.
*i*notes-medical*i*Organisation und Strukturen im Öffentlichen Gesundheitssektor
2026 | Unterstützende und hinderliche Faktoren für den Führungsstab im Falle einer akuten Krisensituation in einem Krankenhaus
Kurzbeschreibung:
In crises, hospitals must rapidly shift from routine operations to structured crisis management, requiring the activation of an incident command system. However, empirical insight into their operational functioning during activation remains limited. The goal of the study was to identify operational enablers and barriers influencing effective crisis response. Prospective cross-sectional, qualitative, single-center study conducted after a table-top exercise within a hospital incident command system at a tertiary care university hospital. Data was collected through semi-structured interviews, participant observation, and document analysis, and analyzed using a narrative-phenomenological approach. Analysis identified nine thematic clusters shaping operational performance. Enablers included clear role definition, structured communication, phased decision-making, and regular training. Barriers included role ambiguity, fragmented communication, insufficient prioritization, infrastructure limitations, and staffing constraints. Preparedness frameworks are necessary but insufficient as stand-alone approaches, as operational execution determines real-world performance. Recurring deficits included unclear roles, inconsistent communication, weak prioritization, and gaps in infrastructure and personnel. A limited set of standardized practices - including a clear separation of roles, leadership intent, closed-loop communication, explicit decision cycles from information gathering to structuring to decisionmaking, checklists, visualization, central information management, and rapid “80% decisions”-substantially enhanced performance. Mission command (Auftragstaktik) further enabled adaptive, coordinated action. Strengthening hospital incident command is a key lever for achieving system level resilience in crises.
2021 | Erkenntnisse aus der ad hoc Aufstellung regionaler Covid-19 Impfangebote in Heidelberg
Kurzbeschreibung:
In crises, hospitals must rapidly shift from routine operations to structured crisis management, requiring the activation of an incident command system. However, empirical insight into their operational functioning during activation remains limited. The goal of the study was to identify operational enablers and barriers influencing effective crisis response. Prospective cross-sectional, qualitative, single-center study conducted after a table-top exercise within a hospital incident command system at a tertiary care university hospital. Data was collected through semi-structured interviews, participant observation, and document analysis, and analyzed using a narrative-phenomenological approach. Analysis identified nine thematic clusters shaping operational performance. Enablers included clear role definition, structured communication, phased decision-making, and regular training. Barriers included role ambiguity, fragmented communication, insufficient prioritization, infrastructure limitations, and staffing constraints. Preparedness frameworks are necessary but insufficient as stand-alone approaches, as operational execution determines real-world performance. Recurring deficits included unclear roles, inconsistent communication, weak prioritization, and gaps in infrastructure and personnel. A limited set of standardized practices - including a clear separation of roles, leadership intent, closed-loop communication, explicit decision cycles from information gathering to structuring to decisionmaking, checklists, visualization, central information management, and rapid “80% decisions”-substantially enhanced performance. Mission command (Auftragstaktik) further enabled adaptive, coordinated action. Strengthening hospital incident command is a key lever for achieving system level resilience in crises.