
Das frühlingshafte Wetter lockt viele
Menschen raus in die Natur. Leider haben auch Zecken wieder
Hochsaison – das Gesundheitsamt des
Rhein-Neckar-Kreises, das auch für die Stadt
Heidelberg zuständig ist,
möchte daher auf verschiedene Schutz- und
Präventionsmöglichkeiten
aufmerksam machen.
Zecken als
Krankheitsüberträger
Zu den bedeutendsten durch Zecken
übertragenen Infektionskrankheiten in
Deutschland gehört zum einen die Borreliose,
eine Bakterieninfektion, die in erster Linie durch Borellien
verursacht wird. Diese Krankheit kann verschiedene Organsysteme
betreffen – insbesondere die Haut, das
Nervensystem und die Gelenke. Es gibt bisher gegen Borreliose keine
wirksame Schutzimpfung.
Zum anderen können durch Zecken
übertragene FSME-Viren eine
Entzündung des Gehirns und der
Hirnhäute hervorgerufen. Diese
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kommt
hauptsächlich im
süddeutschen Raum vor, da Zecken in diesen
Regionen verstärkt das FSME-Virus aufweisen.
Zur Prävention einer FSME-Erkrankung gibt es
im Gegensatz zur Borreliose zugelassene Impfstoffe
für Kinder und für
Erwachsene.
Der Rhein-Neckar-Kreis zählt wie viele
weitere Landkreise im süddeutschen Raum zum
FSME-Risikogebiet.
Schutz vor Zecken
Um sich vor Zecken zu schützen, wird
meist empfohlen helle Kleidung anzuziehen. Dr. Anne
Kühn, stellvertretende Leiterin des
Gesundheitsamts, erklärt:
„Zecken haben keine echten Augen und
können ihre Wirte optisch nicht erkennen.
Jedoch erleichtert helle Kleidung die
anschließende Suche nach den
Parasiten.“ Kommerziell
erhältliche Wirkstoffe, die zur Abwehr von
Zecken auf die Haut oder Kleidung aufgetragen werden,
beispielsweise durch Sprühanwendung,
verdunsten und bilden einen
„Duftmantel“, der
eine Veränderung des Orientierungssinns der
Insekten bzw. Zecken bewirkt. Die Tiere sind dann kurzzeitig nicht
in der Lage, ihr Opfer zu lokalisieren. Jedoch ist kein Wirkmittel
zu 100 Prozent effektiv und manche Mittel
können sich auch belastend auf die Umwelt
auswirken.
Zecken entfernen - aber richtig!
Auch wenn nicht alle Zecken mit Krankheitserregern infiziert
sind, sollten die Zecken so schnell wie
möglich entfernt werden. Die
Übertragung von FSME-Viren kann bereits nach
der Befestigung in der Haut erfolgen, die bakteriellen Borrelien
werden jedoch erst nach einigen Stunden
übertragen. Das Umweltbundesamt empfiehlt
zum Entfernen von Zecken eine Pinzette mit sehr schmaler, gebogener
Spitze zu verwenden. Eine solche Pinzette eignet sich gut um die
befestigte Zecke flach an der Haut neben den Mundwerkzeugen fest zu
greifen und langsam und vorsichtig zu entfernen. Dr.
Kühn warnt vor Mythen und Hausmittelchen:
„Klebstoffe, Alkohole und
Öle sollten bei der Entfernung der Zecke
nicht verwendet werden, damit die Zecke nicht auf diese Stoffe
reagieren und verstärkt Krankheitserreger in
das Blut abgeben kann.“ Zudem ist bei der
Entfernung der Zecke darauf zu achten, dass der Hinterleib der
Zecke nicht gequetscht wird. Leichte Bewegungen und Drehungen
können das Herausziehen von Zecken jedoch
erleichtern.
Nach der Zeckenentfernung wachsam bleiben
Die Stichstelle sollte nach der Zeckenentfernung mit geeigneten
Desinfektionsmitteln gereinigt und desinfiziert werden. Zudem
sollte man in der Folgezeit die Stichstelle beobachten und bei
auffälligen
Veränderungen (etwa einer
Wanderröte, die bei Borrelien-Infektionen
auftreten kann) oder Krankheitsanzeichen, die einem grippalen
Infekt ähneln, oder auch bei
Körpertemperaturerhöhung
eine Ärztin oder einen Arzt konsultieren und
auf den Zeckenbefall hinweisen.
Weitere Informationen und Antworten auf
häufig gestellte Fragen zu Zecken,
Zeckenstichen, Infektionen und zur FSME-Impfung finden sich auf den
Seiten des Robert Koch-Instituts unter
www.rki.de/zecken
Bei Fragen zu Zecken oder anderen
Schädlingen können
sich Bürgerinnen und
Bürger auch unter der Rufnummer 06221
522-1800 (montags bis freitags von 8 bis 15.30 Uhr) direkt an
Mitarbeitende des Gesundheitsamtes wenden.
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