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"Chefinnen gesucht" - und gefunden

Offene Gespräche über Emotionen – vielleicht nicht gerade das, was man in einem Sägewerk erwartet. Und doch war es genau das, was Blanca Mayer zum Erfolg verhalf...

Während sie ihre Rolle als Führungskraft entwickelte und im Change-Prozess eine neue Unternehmenskultur in ihrem Sägewerk etablierte, war ein zentraler Faktor das Gespräch mit ihren Mitarbeitenden. Ärger, Angst und Frust konnten so bearbeitet werden. „Wir haben endlich die Themen besprochen, an die wir uns vorher nicht ran getraut haben,“ so die Geschäftsführerin. Ergebnis: Die Mitarbeitenden-Zufriedenheit stieg rasant an.

Ihre persönliche Geschichte stellte Blanca Mayer am 10. Oktober im Rahmen der Veranstaltung Event „Female Leadership im Sägewerk Mayer – Wandel in der Unternehmenskultur“ in Neckarbischofsheim vor. Hierzu hatte die Kontaktstelle Frau und Beruf Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung des Rhein-Neckar-Kreises im Vorfeld der diesjährigen Frauenwirtschaftstage eingeladen. Im Fokus stand das Thema „Female Leadership – Chefinnen gesucht“ der Frauenwirtschaftstage. Die Teilnahme war nicht nur vor Ort, sondern auch virtuell möglich: Bereits wenige Tage nach der Veranstaltung gab es schon mehr als 600 Klicks für die Aufzeichnung, die auch weiterhin auf YouTube für Interessierte zur Verfügung steht.

Mit der Veranstaltung im Sägewerk Mayer konnten mehrere spannende Perspektiven auf „Female Leadership“ aufgegriffen werden. Eine weitere Referentin war Pat Schneider. Sie ist Führungskräftecoach und verdeutlichte in ihrem Vortrag, wie wichtig der Umgang mit sich selbst insbesondere für Führungskräfte sei. Eine gesunde Selbstführung, die auch durch Achtsamkeit geprägt sei, stelle eine wichtige Basis dar, um andere Menschen erfolgreich zu führen. Dazu zähle auch, sich eigenen Stereotypen, Vorurteilen und inneren unreflektierten Antreibern bewusst zu werden. „Ich beschäftige mich viel mit den Dingen, die ich noch nicht über mich weiß“, so Pat Schneider. Dadurch gelängen die entscheidenden Schritte in der Persönlichkeitsentwicklung.

Prof. Dr. Jutta Rump zeigte in ihrer Keynote, welche Megatrends „Female Leadership“ beeinflussen. Die Arbeitswelt zeichne sich zunehmend durch Unsicherheiten und Komplexität aus. „Wir werden Führungskräfte brauchen, die die Unternehmen und Mitarbeitenden durch Krisen führen können“, so Frau Prof. Dr. Rump. Da die Lebensläufe von Frauen oft mehr Brüchen und Wandel unterworfen seien als die von Männern, brächten sie wichtige Kompetenzen mit, um dieser Herausforderung zu begegnen. Im Gegensatz dazu stehe, dass in Deutschland gerade ein Reflex auf das Altbewährte, also auf männliche Führungskräfte, sichtbar werde. Dies zeige die aktuelle AllBright Studie. In der Corona-Krise hat sich das Verhältnis von Frauen in den Vorständen der DAX-Konzerne um 1,9% verschlechtert, sodass es in Deutschland aktuell nur ca. 12% weibliche Vorstände gibt. Zum Vergleich: In den USA, Schweden, Großbritannien oder Frankreich liegt der Frauenanteil zwischen 22-28% und steigt stetig an. Daher sprach Prof. Dr. Rump sprach sich für eine Frauenquote aus. Diese sei ein wirkungsvolles Instrument, um nachhaltig mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen.

Alle drei Vorträge sind auf dem YouTube-Kanal des Rhein-Neckar-Kreises abrufbar.


Weitere Informationen
Kontaktstelle - Frau und Beruf -


Kontakt
Meike Herwig
Stabsstelle Wirtschaftsförderung
06221 522-2470
meike.herwig@rhein-neckar-kreis.de

(Erstellt am 11. Oktober 2020)