Mitarbeitendenwohnen: Infotermin mit Praxis-Einblicken

mehrere Männer sitzen um einen Tisch herum und unterhalten sich angeregt. Im Hintergrund große Fenster mit Holzrahmen.
Mitarbeitendenwohnen kann zur Bindung ans Unternehmen beitragen. Im Bild: Aufenthaltsraum bei Holzbau Schmäh. Bild: Holzbau Schmäh

„Wohnraum für Fachkräfte schaffen“: Unter diesem Titel stellte die Stabsstelle Wirtschaftsförderung in Kooperation mit der Architektenkammer Baden-Württemberg (AKBW) „Impulse für unsere Region“ vor.

„Fachkräfte und Auszubildende entscheiden sich nicht allein für einen Arbeitsplatz, sondern für eine Lebensperspektive“, sagt Barbara Schäuble von der Stabsstelle. „Dazu gehört auch, dass sie in der Region passenden und bezahlbaren Wohnraum finden.“ Wie Unternehmen dazu einen Beitrag leisten können, erfuhren die Teilnehmenden der Online-Veranstaltung anhand einiger Beispiele aus erster Hand.

Zunächst gab Prof. Dr. Ing. Markus Kaltenbach, Architekt und Stadtplaner von der Frankfurt University of Applied Sciences einen Überblick über Zielgruppen und Bedarfe. „Ein attraktives Angebot an Mitarbeitendenwohnen ist wie eine gute Party: Die Leute bleiben länger, als sie vorhatten, weil sie sich wohlfühlen“, so sein Resümee.

Wie gewaltig der Bedarf an Wohnraum für Fachkräfte ist, machte auch Nadine Hülden deutlich: Die Geschäftsführerin der Heidelberger Dienste zeigte in ihrer Präsentation, wie Heidelberg Unternehmen bei der Fachkräftesicherung unterstützt. Zwei Ausbildungshäuser und ein Fachkräftehaus waren danach jeweils direkt oder nur wenige Monate nach Eröffnung voll belegt. Damit das Miteinander der verschiedenen beruflichen und kulturellen Hintergründe vor Ort gut funktioniert, sind jeweils Lotsen und Lotsinnen vor Ort, die die Bewohnerinnen und Bewohner bei Herausforderungen im Alltag begleiten und interaktive Gruppenangebote sowie individuelle Sprechstunden anbieten.

Ralf Eric Nestler, Vorstandsvorsitzender der Mitarbeiterwohnungsbau Genossenschaft „Job & Wohnen“ Berlin eG stellte im Anschluss seinen Ansatz vor: Hier wird der Werkwohnungsbau als genossenschaftliches Modell organisiert, damit zahlreiche Arbeitgebende die Möglichkeit erhalten, Belegungsrechte an Wohnungen zu sichern – und damit Standortbindung und Fachkräftegewinnung zu vereinen.

Holzbauunternehmer Sebastian Schmäh präsentierte schließlich gemeinsam mit dem Architektenduo Prof. Stefan Krötsch und Ruth Klingelhöfer-Krötsch das Projekt Campus Holzbau Schmäh, um die architektonischen Aspekte des Themas zu beleuchten. Das Projekt stieß auch bei den Teilnehmenden auf besonders großes Interesse, etwa bei der Frage, wie das Mitarbeitendenwohnen in einem Gewerbegebiet baurechtlich bewerkstelligt wurde.

Den Abschluss bildeten Astrid Fath, die die Angebote der AKBW und Möglichkeiten zur Vernetzung vorstellte, sowie Dennis Heim und Mareike Brendle, die die Förderlinie Junges Wohnen vorstellten und so die finanziellen Möglichkeiten beleuchteten – auch das ein wichtiges Thema in der abschließenden Fragerunde.

Kontakt

Barbara Schäuble
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(Erstellt am 24. Juli 2026)