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Die Marktfee hebt ab

Metzgerei Meister
Die Metzgerei Meister in der Modellgemeinde Spechbach gehört zu den besonders engagierten Anbietern.

Das Projekt „Intelligente Marktplätze“ hat 2019 und 2020 den Einzelhandel im ländlichen Raum vorangebracht – unterstützt durch das Ministerium für Ländlichen Raum. Und jetzt? Geht es auch ohne Förderung weiter.

An immer mehr Orten im ländlichen Raum zeichnen sich Versorgungslücken ab – wie kann man sie schließen? Das war die Grundüberlegung hinter dem Projekt „Intelligente Marktplätze“. Vor allem den Lebensmitteleinzelhandel nahm die Stabsstelle Wirtschaftsförderung zusammen mit den Modellgemeinden Spechbach und Schönbrunn dabei ins Visier. „Im Rahmen des Projekts haben wir erprobt, ob sich ein intelligenter Marktplatz dazu eignet, die Nahversorgung zu verbessern“, erklärt Sliwinski. Als Plattform dafür wurde die Marktfee.app entwickelt. Sie funktioniert wie ein Marktplatz im Internet: Nutzerinnen und Nutzer bestellen ihre Waren bei regionalen Geschäften online und holen sie zu ausgewählten Zeiten selbst ab. Auch Lieferungen an die Haustür oder, zumindest in den Modellgemeinden, an eine örtliche Abholstation sind möglich. Das spart Zeit und ermöglicht, gerade in Zeiten der Corona-Krise, einen entspannten Einkauf – und fördert gleichzeitig regionale Wertschöpfung: „Neben Bäckereien und Metzgereien können beispielsweise auch die regionalansässigen Hofläden, Feinkostläden und kleine Lebensmittelhändler ihre Produkte über die Plattform vertreiben“, so Sliwinski. Das Projekt war ein Erfolg: Bis zum Ende des Jahres 2020 wurden in knapp 5.000 Bestellungen mehr als 50.000 Lebensmittel an rund 1.150 Kundinnen und Kunden über die Marktfee.app verkauft. Für diese Bilanz und die innovative Idee wurde die LEADER-Region Neckartal-Odenwald aktiv im bundesweiten Wettbewerb „Gemeinsam stark sein“ 2020 als Finalist geehrt.

Neue Kunden und interessante Kontakte


Am 31.12.2020 schließlich war die Förderung offiziell beendet – aber aus dem Projekt ist ein Selbstläufer geworden: Elf der im Projektrahmen zwischenzeitlich 15 Anbieter aus dem Rhein-Neckar-Kreis machen auch ohne Förderung weiter. Warum, erklärt Carina Kolb vom MB Mühlenbäcker in Zuzenhausen: „Ein tolles Projekt, das lokalen Anbietern ermöglicht, die Reichweite ihrer Produkte zu vergrößern und den Kundenstamm zu erweitern“, sagt die Geschäftsführerin. „Durch die Detailangaben zu unseren Produkten können sich unsere Kunden nun über Allergene und Inhaltsstoffe bequem von zu Hause aus informieren.“ Für Kolb ist auch der Netzwerkgedanke wichtig: „Auch wenn der ganz große Kundenzuwachs bislang nicht erreicht werden konnte, haben wir dennoch einige neue Kunden gewinnen können, die regelmäßig über die Plattform bestellen. Außerdem kamen wir durch die Zusammenarbeit und Entwicklung während der Projektphase auch mit anderen Anbietern in Kontakt und konnten uns austauschen. Wir hatten interessante Gespräche und bekamen einen Einblick, wie andere lokale Anbieter mit den diversen Themen und Problemstellungen umgehen.“ Auch die anderen Projektbeteiligten sind nach wie vor überzeugt von dem Konzept – wie etwa Jörg Gerspach, der während der Laufzeit als „Kümmerer“ offiziell bei der Gemeinde Schönbrunn angestellt war und jetzt als Ehrenamtlicher die Haustürlieferungen in Spechbach und Schönbrunn übernimmt. Für Kundinnen und Kunden außerhalb der Modellgemeinden übernimmt bei einigen Anbietern derzeit ein Taxiunternehmen testweise die kostenpflichtige Auslieferung. Durch Lieferfahrten kann das Unternehmen Leerzeiten ausgleichen; auch in Randzeiten ergänzen Lieferungen den Taxibetrieb. Projektleiterin Julia Sliwinski ist zufrieden mit der Entwicklung der Marktfee und ihrer Unterstützer: „Dass aus einem Förderprojekt ein eigenständiges, nachhaltiges System wird – das ist ja der Idealfall.“

Weitere Informationen
Projektbroschüre zum Download

Kontakt
Julia Sliwinski
Stabsstelle Wirtschaftsförderung
06221 522-2167
j.sliwinski@rhein-neckar-kreis.de

(Erstellt am 18. Februar 2021)