Potenziale für Erneuerbare Energien im Rhein-Neckar-Kreis

In seinen Klimaschutzzielen verpflichtet sich der Rhein-Neckar-Kreis auch weiterhin, den Ausbau von PV- und Solarthermieanlagen auf eigenen Liegenschaften sowie von Erneuerbaren Energien generell im Kreisgebiet voranzutreiben.

Um die Kreiskommunen auf diesem Weg zu unterstützten und Ihnen eine wissenschaftlich fundierte Analyse der vorhandenen Potenziale zur Verfügung zu stellen, hat die Geschäftsstelle Klimaschutz des Rhein-Neckar-Kreises eine Studie beim Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Hochschule Trier in Auftrag gegeben.

Die Potenzialanalyse „Erneuerbare Energien im und für den Rhein-Neckar-Kreis“ untersucht dabei einerseits, welche Potentiale von Wasserkraft, Geothermie, Solarenergie, Windkraft und Biomasse grundsätzlich unter Berücksichtigung der aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen und topographischer Gegebenheiten in Frage kommen. Andererseits wurde ein mögliches Szenario erstellt, was den zukünftigen Strom und Wärmebedarf im Kreis abbildet – also auch welche Einsparpotentiale vorhanden sind. Die Studie zeigt somit auch auf, dass der Rhein-Neckar-Kreis bei ambitionierten Einsparungen und einem maximalen Ausbau der Erneuerbaren seinen Energiebedarf 2040 nahezu vollständig klimaneutral und aus eigener Kraft decken kann.

Endbericht Potenzialanalyse Erneuerbare Energien im und für den Rhein-Neckar-Kreis (2 MB)

Energiesteckbriefe Kommunen (4,8 MB)

Detailkarte Potenzialflächen Windenergie (6,3 MB)

Detailkarte Potenzialflächen Freiflächenphotovoltaik (5,2 MB)

Erneuerbare-Energien-Anlagen des Rhein-Neckar-Kreises

Photovoltaikanlagen im Rhein-Neckar-Kreis

Der Rhein-Neckar-Kreis ist Eigentümer von Verwaltungsgebäuden, Berufsschulen und weiteren Liegenschaften im Kreisgebiet. Seit dem Jahr 2003 werden die eigenen Dachflächen auf ihre Nutzbarkeit hinsichtlich der Installation von PV-Anlagen untersucht. Die erste Anlage, die umweltfreundlichen Strom produziert, ist eine 6 kWp-PV-Anlage im Berufsschulzentrum Sinsheim. Bis heute wurden zahlreiche Standorte mit PV-Anlagen ausgestattet. Im Jahr 2019 hatten die PV-Module eine Gesamtleistung von 445kWp und erzeugten damit Strom in Höhe von rund  358 MWh.

Biomasseheizkraftwerk Sinsheim AVR Energie GmbH

Die AVR Energie GmbH errichtete auf dem Gelände der Deponie Sinsheim ein Biomasseheizkraftwerk (BMHKW). Dort wird seit dem 01. Oktober 2011 durch den Einsatz von Holzhackschnitzeln Wärme erzeugt, welche zur Stromerzeugung und anschließend zur Speisung des Fernwärmenetzes dient.

Die Erzeugung von bis zu 30.000 MWh Wärme pro Jahr wird über einen NaWaRo-Kessel mit 6 MWth, der gleichzeitig zum Betrieb einer Turbine (ORC-Modul) mit 1,3 MWel dient, und einen Holzpellet-Kessel mit ebenfalls 6 MWth sichergestellt. Als Ausfallreserve stehen zwei ölbefeuerte Kessel zur Verfügung. Damit ist die Versorgung von öffentlichen Einrichtungen sowie von Haushalten und Gewerbebetrieben in Sinsheim gewährleistet.

Derzeit beträgt die Gesamtlänge der Fernwärmetrasse ca. 20 km. Spezielle Rohre (Kunststoffmantelrohr KMR) mit einem Nenndurchmesser von 20 mm bis 300 mm versorgen die Fernwärmeübergabestationen zuverlässig mit Heizwasser. Durch die Erdverlegung und die gute Isolierung entsteht ein nur geringer Wärmeverlust im Netz.

Solarpark Lobbach 1 GmbH & Co. KG AVR Energie GmbH

Luftbild des Solarparks

Der Solarpark Lobbach steht auf einer ehemaligen Tongrube und wird heute zur dezentralen Stromerzeugung genutzt. Das  Ziel ist die Einsparung von Kohlenstoffdioxid, die Förderung erneuerbarer Energien sowie die dezentrale Produktion von Strom. Die Photovoltaikanlage mit 24.240 Modulen auf 95.000 m² hat eine Nennleistung von 5.940 kW mit einem jährlichen Ertrag von ca. 7.000 MWh.

Es werden dadurch ca. 4.500 Tonnen CO2 im Jahr eingespart. 

Freiflächen-Photovoltaikanlage Sinsheim AVR Energie GmbH

Luftbild einer Photovoltaik-Anlage

Die Anlage wurde 2011 auf dem im Jahr 2009 stillgelegt und fachgerecht abgedichteten ältesten Deponieabschnitt I errichtet. Die Photovoltaikanlage hat eine Nennleistung von 884,8 kWp, dies bezeichnet die maximale Leistung bei optimaler Sonneneinstrahlung.
Die Freiflächenanlage besteht aus 3.840 kristallinen Modulen, die eine Solarfläche von insgesamt 6.320 m² bilden.

Pro Jahr erzeugt die Anlage ca. 870.000 Kilowattstunden Strom. Diese Strommenge reicht aus, um 250 Haushalte mit Strom zu versorgen – geht man von einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden pro Haushalt aus.

Photovoltaikanlage AVR-Geschäftsgebäude Sinsheim

Im Neubau des AVR-Geschäftsbäudes in Sinsheim wurden auf dem Dach und auf dem Parkdeck PV Module installiert. Insgesamt beträgt die Nennleistung 86,5 kWp. Die erzeugte Energie wird zu über 95 % als Eigenstrom genutzt.

Photovoltaikanlage Hirschberg

Solarzellen auf einer freien Fläche

Auf dem Dach der Umschlaghalle bei der Abfallumladeanlage der AVR Kommunal GmbH in Hirschberg wurde 2010 eine Photovoltaikanlage installiert. Die Nennleistung beträgt 75,1 kWp und die Modulfläche beläuft sich auf 550 m².

Mit Hilfe dieser Photovoltaikanlage ist es möglich jährlich 70.000 kWh Strom in das öffentliche Netz einzuspeisen. Dies entspricht einem Verbrauch von 20 Haushalten bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.500 kWh. Hierdurch werden 39.956 kg CO2-Emissionen vermieden.

Weitere Informationen: www.avr-umweltservice.de

Photovoltaikanlage Umschlaghalle Sinsheim

Die Photovoltaikanlage auf der Umschlaghalle der AVR Kommunal GmbH in Sinsheim ist auf die Eigenstromerzeugung und -nutzung ausgelegt. Der erzeugte Strom kann so zu rund 80% in der benachbarten Wertstoffsortieranlage der AVR Kommunal GmbH verwendet werden und so den Strombezug aus dem öffentlichen Netz reduzieren.
Die Unternehmen der AVR leisten somit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz: Ca. 250 Tonnen an CO2 werden hier pro Jahr eingespart - verglichen mit dem Energiemix, welcher derzeit beim Normalverbraucher aus der Steckdose kommt.
Die Anlage wurde 2015 auf dem Dach der ebenfalls 2015 neu erbauten Umschlaghalle der AVR Kommunal GmbH errichtet und hat eine Nennleistung von 436,8 kW-peak. Die Freiflächenanlage besteht aus 1.680 kristallinen Modulen, die eine Solarmodulfläche von insgesamt rund 2.750 m² bilden.
Pro Jahr wird die Anlage ca. 430.000 Kilowattstunden erzeugen. Diese Strommenge würde rechnerisch ausreichen, um 122 Haushalte mit Strom zu versorgen - geht man von einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden pro Haushalt aus.