Wie geht es unseren heimischen Wäldern?

Wald mit bereits verfärbten Blättern
Ganze Waldbereiche verfärben sich schon jetzt herbstlich rot und braun.

Seit Wochen hat es in unserer Region kaum mehr geregnet, insbesondere ergiebige Regenfälle blieben ganz aus. Dazu war es über lange Zeiträume hinweg sehr heiß mit Temperaturen deutlich über 30° Celsius.

Wie geht es dabei unseren heimischen Wäldern? „Natürlich macht diese Witterung unserem Wald zu schaffen“, stellt Manfred Robens, Leiter des Kreisforstamtes, fest. „Der Wald ist nach wie vor von den trockenen Jahren 2018 bis 2020 belastet. Nun sieht es ganz danach aus, dass auch dieses Jahr wieder zu heiß und deutlich zu trocken wird. Anstatt Erholung kommt also weiterer Stress auf die Bäume zu.“ Die Situation beim Borkenkäferbefall war bis vor Kurzem noch erstaunlich ruhig. Es gab nur vereinzelte Befallsmeldungen, die kranken Bäume konnten schnell entnommen und unschädlich gemacht werden. „Seit einigen Tagen melden unsere Försterinnen und Förster aber immer mehr befallene Fichten, der Borkenkäfer konnte die trockenwarme Witterung also für seine Entwicklung nutzen“, so Robens weiter. Wenigstens ist jetzt Mitte August das Ende der Aktivitätszeit des Borkenkäfers absehbar. Es muss aber damit gerechnet werden, dass viele adulte Käfer über den Winter kommen und im nächsten Frühjahr Schäden anrichten können.

Bäume im Trockenstress

Aber nicht nur die Fichten, auch alle anderen Baumarten und die Laubhölzer zeigen inzwischen Zeichen des Trockenstresses. Die Rotbuche hat in weiten Teilen des Kreisgebietes begonnen, grüne Blätter abzuwerfen. Dies geschieht, um die Verdunstungsoberfläche zu reduzieren und den Baum vor weiterem Wasserverlust zu schützen. Dieser Selbstschutzmechanismus führt aber dazu, dass die Vegetationsperiode nicht voll ausgenutzt werden kann und die in den grünen Blättern vorhandenen Inhaltsstoffe für den Baum verloren sind. Die Schädigungen an Bäumen und Sträuchern sind inzwischen für alle gut sichtbar. Waldränder, Hecken und ganze Waldbereiche färben sich jetzt viel zu früh herbstlich rot und braun.

Die für die aktuelle Woche angekündigten Regenfälle könnten zumindest ein wenig Linderung verschaffen. Vor allem in Bezug auf die hohe Waldbrandgefahr würde der Regen kurzfristig für Besserung sorgen. Aufgrund der durchgehend hohen Waldbrandgefahrenstufe (Index des Deutschen Wetterdienstes) hatte sich das Kreisforstamt schon Mitte Juli dazu entschlossen, alle Grillstellen in den Wäldern des Rhein-Neckar-Kreises zu schließen. Verschiedene Brände auf Feldern und auch im Wald unterstreichen die weiterhin hohe Brandgefahr.