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Impfzentren haben Betrieb eingestellt

Landrat Dallinger spricht zu den Mitarbeitenden
Landrat Stefan Dallinger (vorne), Gesundheitsdezernentin Doreen Kuss (l.) und Impfzentren-Leiter Christoph Schulze (2. v. l.) bedankten sich bei den Mitarbeitenden des Impfzentrums in PHV.

Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mussten schwer schlucken und hatten den berühmten Kloß im Hals, als sich am 30. September um kurz nach 20 Uhr zum letzten Mal die Türen in den Impfzentren Rhein-Neckar und Sinsheim schlossen – und zwar endgültig.

Denn wie von der Landesregierung angekündigt, stellten gestern alle Impfzentren des Landes den Betrieb ein. Einen Tag zuvor hatten Landrat Stefan Dallinger und Gesundheitsdezernentin Doreen Kuss die Mitarbeitenden vor Ort persönlich verabschiedet.

Lob für unermüdlichen Einsatz

„Sie alle haben großen Elan und unermüdlichen Einsatz gezeigt“, lobte der Landrat, der zudem aus eigener Erfahrung – er selbst erhielt seine Impfungen im Heidelberger Impfzentrum – feststellte: „Durch Ihr gutes Teamwork und Freundlichkeit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, die geimpft wurden, haben sie auch den Kreis sehr gut im Impfzentrum präsentiert.“ Als kleines Dankeschön überreichte Dallinger Regenschirme des Landkreises, weil „Sie durch Ihre Arbeit einen Schirm über den Rhein-Neckar-Kreis und die ganze Region gespannt haben!“

Fast eine halbe Million Impfungen

Die vielen anwesenden Mitarbeitenden hörten das Lob gerne – und alle können auf die Bilanz stolz sein: Insgesamt wurden durch die drei Impfzentren fast eine halbe Million Impfungen durchgeführt – exakt waren es schlussendlich 497.812. Über die Hälfte davon (252.860) erfolgten im größten Impfzentrum in Heidelberg (PHV), 103.896 waren es in Weinheim (Schließung bereits am 15. August) und 58.118 in Sinsheim. Die Mobilen Impfteams verabreichten 82.938 Impfdosen. Imposant ist auch diese Zahl: Umgerechnet wurden rund 180 Liter Impfstoff verimpft. Der gemessen an der Zahl der verabreichten Impfdosen erfolgreichste Tag war übrigens der 12. Mai mit 3222 Impfungen. Knapp drei Monate später, am 8. August, wurden dagegen nur 245 Impfungen verzeichnet.

Gemeinsam an einer guten Sache gearbeitet

In den drei Impfzentren, die das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis im Auftrag des Landes Baden-Württemberg betrieb, waren unter anderem insgesamt rund 200 Ärztinnen und Ärzte, 350 Medizinische Fachangestellte und über 300 administrative Kräfte beschäftigt. „Ich habe ganz zu Beginn gesagt, dass die Errichtung eines Impfzentrums nicht zu den Kernaufgaben eines Landratsamts gehört und als ich vor elf Jahren zum Landrat gewählt wurde, konnte ich mir nicht vorstellen, dass wir mal Impfzentren betreiben – aber wir haben diese Aufgabe angenommen und sehr gut umgesetzt“, kommentierte Landrat Dallinger die Entwicklung der letzten zehn Monate.

Der ärztliche Leiter Christoph Schulze unterstrich das enorme Zusammengehörigkeitsgefühl und erinnerte an die Anfänge mit dem Aufbau im ehemaligen PHV-Supermarkt und an Startschwierigkeiten wie die Impfstoffknappheit. Trotz der guten Infrastruktur und der Planung sei der Faktor Mensch entscheidend für den erfolgreichen Verlauf der Impfkampagne in den Impfzentren gewesen: „Die Organisation im Hintergrund und die Planung kann noch so gut sein, wenn man kein gutes Team hat, welches das Ganze umsetzt – dieses gute Team waren Sie!“

Schulze und sein Team haben noch eine weitere Zahl für das Impfzentrum in PHV errechnet: Die Schichtleiter sind dort im Schnitt pro Tag und Schicht etwa 13.000 Schritte gelaufen. Für das gesamte Dreivierteljahr, in dem das Zentrale Impfzentrum, das später in Impfzentrum Rhein-Neckar umbenannt wurde, offen war, bedeutet das eine beachtliche Laufleistung von knapp 5.000 Kilometer.

Auch Gesundheitsdezernentin Doreen Kuss ist voll des Lobes über die Mitarbeitenden, die an allen drei Standorten tollen Teamgeist gelebt hatten: „Alle haben tagtäglich Menschen einfühlsam begleitet und gemeinsam an einer guten Sache gearbeitet: dem großen Ziel, dieser Pandemie Herr zu werden. Dafür gilt allen Mitarbeitenden unser herzlicher Dank und unsere Anerkennung.“

Trotz der Schließung der Impfzentren wünscht sich Landrat Stefan Dallinger, dass sich auch weiterhin viele Menschen in der Rhein-Neckar-Region impfen lassen: „Die Möglichkeiten sind da: Bei den Fach- und Hausärzten, über die zentrale Rufnummer 116 117, aber auch weiterhin bei Impfaktionen der Mobilen Impfteams im Umkreis. Ich bitte Sie deshalb: Nutzen Sie die Möglichkeit, sich impfen zu lassen und schützen Sie damit sich und Ihre Mitmenschen!“
 

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