Aktionstag anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Ein Infotisch mit Broschüren und Flyer. Personen sitzen und stehen drum herum.

Anerkennung, Respekt und Wertschätzung – diese drei Wörter prangten am Mittwoch (4. Mai) in dicken Lettern auf einem Plakat vor dem Landratsamt in Heidelberg. Unter dem Motto „Barrierefrei durchstarten – gemeinsam Teilhabe-Barrieren abbauen“ hatten Mitglieder des Inklusionsbeirats und die kommunale Behindertenbeauftragte des Rhein-Neckar-Kreises, Silke Ssymank, der Verein BiBeZ sowie die Rheuma-Liga Baden-Württemberg dazu eingeladen, sich für eine inklusive Gesellschaft starkzumachen.

Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung fand vor dem Haupthaus des Landratsamts in der Kurfürsten-Anlage und im Foyer ein überaus informativer Aktionstag statt.

So erfuhren die Besucherinnen und Besucher am Infostand vor dem Haupteingang unter anderem, dass aktuell im Rhein-Neckar-Kreis knapp 75.000 amtlich registrierte Schwerbehinderte mit einem Grad der Behinderung (GdB) über 50 (davon ca. 17.000 mit einem GdB von 100) leben. In Gesprächen mit der kommunalen Behindertenbeauftragten Silke Ssymank und Menschen mit Behinderung konnte man erfahren, dass die negativen Top drei der Barrierefreiheit schlechter Straßenbelag, nicht-barrierefreier ÖPNV sowie schlechte Orientierungsmöglichkeiten und Ausschilderung sind. Am Infopavillon gab es zudem Informationen rund um die Themen digitale, kommunikative, gesundheitliche und bauliche Barrieren. Wer wollte, konnte sich dort auch einen Rheumahandschuh anziehen, der die Handbewegungen stark einschränkte.

Ein sehr interessantes Selbsterfahrungstraining fand außerdem im Foyer des Landratsamtes statt. Dort erhielten Interessierte einen Einblick, wie es ist, im Rollstuhl die Umwelt zu erleben. Esma Köse vom Verein „BiBeZ – Ganzheitliches Bildungs- und Beratungszentrum zur Förderung und Integration behinderter/chronisch erkrankter Frauen und Mädchen“ gab wertvolle Tipps, wie man im Rollstuhl am besten eine Holzrampe, die einen Bordstein simulierte, überwindet. Ihre Vereinskollegin Nicoletta Rapetti teilte unter anderem Brillen aus, die ein Sehvermögen von nur noch zehn oder fünf Prozent ermöglichten. Landrat-Stellvertreter Stefan Hildebrandt probierte eine solche Brille samt Langstock aus und stellte danach fest: „Es ist ungewohnt, wenn das Sichtfeld so stark eingeschränkt ist und man fühlt sich doch sehr unsicher“, stellte Hildebrandt fest.

Ein positives Fazit dieses fünfstündigen Aktionstags zog am Ende die kommunale Behindertenbeauftragte des Rhein-Neckar-Kreises, Silke Ssymank: „Unser Ziel, durch Information und selbst erlebte Erfahrung von Einschränkungen Verständnis und Unterstützungsbereitschaft für Menschen mit Behinderungen zu entwickeln, haben wir auf jeden Fall erreicht!“

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