„LEADER ist gelebte Regionalentwicklung“

Porträtaufnahme des Landkreistagspräsidenten Dr. Achim Brötel. Er hat graues kurzes Haar und trägt eine Brille. Er trägt Jackett, ein weißes Hemd und eine rot-blau-karierte Krawatte.
Landkreistagspräsident Dr. Achim Brötel spricht sich gegen Abstriche bei LEADER aus. Bild: Landkreistag Baden-Württemberg

Landkreistagspräsident Dr. Achim Brötel fordert starke Mittelausstattung für LEADER.

Das europäische LEADER-Programm ist ein Erfolgsmodell für die ländlichen Räume in Baden-Württemberg. Damit das Programm auch in der Förderperiode 2028 bis 2034 fortgeführt werden kann, braucht es aus Sicht der Landkreise verlässliche Rahmenbedingungen und vor allem eine auskömmliche finanzielle Ausstattung. Landkreistagspräsident Dr. Achim Brötel appelliert vor diesem Hintergrund an die Landesregierung, sich bei den weiteren Verhandlungen auf allen Ebenen mit Nachdruck für attraktive Förderbedingungen und eine starke Mittelausstattung einzusetzen, die mindestens der bisherigen Förderung entspricht.
 
„LEADER bringt Europa direkt in die Regionen – und zwar nicht als abstraktes Förderprogramm, sondern als konkrete Unterstützung für Ideen, die vor Ort entstehen“, betont Brötel. „Das ist gelebte Regionalentwicklung: Die Menschen vor Ort entscheiden mit, was ihre Region braucht, und setzen ihre Ideen gemeinsam um.“
 
Der Landrat des Rhein-Neckar-Kreises Manuel Just erklärt: „In nahezu jedem Ort der LEADER-Kulissen lassen sich an zahlreichen Orten die Förderplaketten entdecken und zeigen eindrücklich, wie das Programm vor Ort das Leben der Bevölkerung mitgestaltet. Sei es mit Mehrgenerationen-Spielplätzen, Toilettenhäuschen für Vereine und Feste, Geschäften für Nahversorgung oder Bänken zur Erholung für weniger mobile Personen. LEADER und das damit eng verbundene Regionalbudget leisten einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz der EU in den Regionen und lassen kleine Ideen Wirklichkeit werden.“
 
„Die Stärke von LEADER liegt darin, dass nicht von oben bestimmt wird, was eine Region braucht. Die Regionen selbst entwickeln ihre Zukunft. Genau diesen Ansatz sollten wir nicht schwächen, sondern stärken“, so Brötel, der zugleich auch Präsident des Deutschen Landkreistags ist.
 
Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen über den Mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union für 2028 bis 2034 sehen die Landkreise insbesondere eine mögliche Absenkung der EU-Förderquote kritisch. Die kommunalen Haushalte stünden bereits heute unter erheblichem finanziellem Druck. Zusätzliche Eigenanteile könnten deshalb dazu führen, dass gute Projekte trotz vorhandener Ideen und engagierter Akteure nicht umgesetzt werden.
 
„Damit LEADER auch künftig ein wirksames Instrument für den ländlichen Raum bleibt, müssen die Förderbedingungen verlässlich und praxistauglich gestaltet sein. Eine deutliche Absenkung der Fördersätze würde viele Kommunen vor erhebliche finanzielle Herausforderungen stellen und könnte die Attraktivität des Programms mindern. Angesichts der weiterhin hohen administrativen Anforderungen setzen wir uns deshalb für Rahmenbedingungen ein, die eine breite Beteiligung und die Umsetzung auch kleinerer, vor Ort wichtiger Projekte ermöglichen“, erklärt Landrat Manuel Just.
 
Dr. Achim Brötel richtet daher einen klaren Appell an die Landesregierung: „Die Landesregierung sollte ihre Möglichkeiten nutzen und sich auf Ebene der Europäischen Union wie auch auf Bundesebene für eine angemessene Mittelausstattung von LEADER einsetzen. Nur mit ausreichenden finanziellen Spielräumen kann das Programm seine Wirkung in den ländlichen Räumen auch künftig entfalten. LEADER darf nicht zum Opfer knapper werdender Fördermittel werden. Gerade in Zeiten großer Herausforderungen brauchen unsere ländlichen Räume Instrumente, die Eigeninitiative ermöglichen und Investitionen vor Ort auslösen.“
 
„Die Botschaft aus unseren Landkreisen ist trotz äußerst angespannter Haushaltslage eindeutig: Wir wollen LEADER auch nach 2027. Jetzt müssen die politischen und finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen werden“, betont Landkreistagspräsident Brötel. „Wer den ländlichen Raum stärken will, muss auch bereit sein, in seine Zukunft zu investieren. LEADER ist dafür ein bewährtes und wirkungsvolles Instrument. Und deshalb braucht es auch eine Förderquote, die mindestens der bisherigen entspricht.“

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