Start ins neue Ausbildungsjahr: Handwerk gewinnt weiter hinzu

Ein älterer Zimmermann arbeitet an einer Kreissäge, ein junger Mann beugt sich interessiert darüber.
Das Handwerk wächst an Beliebtheit. Bild: unsplash / Ilse Orsel

Mit 1.372 neuen Ausbildungsverhältnissen beginnt das Handwerk der Region im September das neue Ausbildungsjahr – ein Plus von 10,11 Prozent, wie die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald meldet. Besonders Heidelberg und der Rein-Neckar-Kreis legten kräftig zu.

Mit diesen Zahlen präsentiert die Handwerkskammer ihre Mitglieder als solide Ausbildungspartner. "Wir freuen uns über diese positive Entwicklung, möchten aber nicht unerwähnt lassen, dass weiterhin zahlreiche Lehrstellen noch unbesetzt sind", sagt Kammerpräsident Klaus Hofmann.
 
Die aktuell vorliegenden Zahlen sind eine Momentaufnahme und können sich bis Jahresende noch ändern. "Es gibt immer Nachzügler; das eine oder andere Ausbildungsverhältnis wird vielleicht auch wieder gelöst", sagt Claudia Orth, Leiterin des Geschäftsbereichs Berufsbildung der Handwerkskammer. Ein finales Ergebnis liege daher immer erst zum Jahresende vor. Dennoch geht Orth von einem stabilen Plus bei den Neuverträgen, zumindest im einstelligen Bereich, aus.

Zum vierten Mal in Folge zugelegt

Der Rhein-Neckar-Kreis ist mit einem Zuwachs von rund 20,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr in der Statistik gut vertreten. Auch insgesamt betrachtet freut sich das regionale Handwerk seit 2022 über steigende Ausbildungszahlen; 2025 etwa registrierte die Lehrlingsrolle zum Jahresende ein Plus von rund 4,1 Prozent. In diesem Jahr wird der Zuwachstrend zum vierten Mal in Folge bestätigt. Die Gesamtzahl der am 31. August 2026 im Kammergebiet Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald bestehenden Ausbildungsverträge im Handwerk lag bei 4.297.

Beliebt: Klima-Handwerke

Als beliebteste Berufe stellen sich erneut dem Klimahandwerk zugeordnete Zweige heraus. So sind die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bei den Anlagenmechanikern für Sanitär, Heizung, Klima gegenüber dem Vorjahr um 11,2 Prozent auf nun 198 Neu-Azubis angewachsen. Auch Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik legen mit aktuell 165 neuen Ausbildungsverträgen ein Plus von 9,3 Prozent hin.
 
Mit 200 neuen Ausbildungsverträgen bleibt der Beruf des Kfz-Mechatronikers aber weiterhin die Nummer eins im Kammergebiet.
 
Nach wie vor spärlich sieht es hingegen bei Berufen des Nahrungshandwerks, also bei Konditoren, Bäckern und Fleischern aus. Immerhin ist ein Plus von 9 Prozent zu verzeichnen, das sich jedoch nach Einschätzung der Kammer bei gerade einmal 48 Neu-Azubis in den drei genannten Berufen auf einem niedrigen Niveau bewegt.

Bewerbungen lohnen sich jetzt noch

Das erfreuliche Gesamt-Plus zum Start ins beginnende Ausbildungsjahr dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Fachkräftemangel zu den dringendsten Herausforderungen für die Wirtschaft zähle, so die Kammer in ihrer Mitteilung. "Nach wie vor haben wir zu wenige junge Menschen, die den Ausbildungsweg ins Handwerk einschlagen", sagt Präsident Klaus Hofmann. "Das stellt uns und die Gesellschaft insgesamt vor das Problem, dass der Bedarf an handwerklicher Leistung kaum gedeckt werden kann."
 
Handwerker würden bei allen Zukunftsaufgaben von Klimaschutz bis Wohnungsbau dringend benötigt und seien wichtige Partner für den Bedarf des täglichen Lebens. "Unsere Azubis sind die Basis für die Entwicklung des Handwerks der Zukunft", so Präsident Hofmann. "Wir freuen uns über jede Hand, die mit anpackt, und hoffen darauf, dass sich der eine oder andere noch Last Minute für eine Ausbildung im Handwerk entscheidet." Sein Appell: Bewerbungen lohnen sich auch jetzt noch. Offene Stellen gebe es genug.
 

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Lisa Sieckmeyer
Stabsstelle Wirtschaftsförderung
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