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Coronavirus und Haustiere

Informationen zum Umgang mit Haus- und Nutztieren in Zeiten der Coronavirus-Pandemie

Derzeit bestehen wegen der Corona Virus COVID-19 Krankheiten umfangreiche Bewegungsbeschränkungen für Personen. Damit sind Zusammenkünfte und Ansammlungen in der Öffentlichkeit von mehr als zwei Personen verboten. Aber trotz aller Beschränkungen der Bewegungsfreiheit für Personen müssen die Haus- und Nutztiere versorgt und bewegt werden können. Derzeit erreichen das Veterinäramt und Verbraucherschutz Rhein-Neckar-Kreis zahlreiche Anfragen zur Übertragbarkeit des Virus zwischen Tier und Mensch, zu empfohlenen Schutzmaßnahmen und zu Untersuchungsmöglichkeiten auf das Virus bei Tieren.

Das Corona Virus COVID-19 ist eine Krankheit, die von Mensch zu Mensch übertragen wird. Der Hauptübertragungsweg ist dabei die Tröpfcheninfektion. Bisher gibt es keinen Beweis dafür, dass ein Tier das Virus auf den Menschen oder auf andere Tiere übertragen kann. Tiere sind also nach derzeitigem Wissensstand keine Infektionsquelle für Menschen. Allerdings wurde das Virus in seltenen Fällen auch beim Tier gefunden. Aber das spielt offensichtlich keine Rolle bei der Ausbreitung der Epidemie.

Häufig gestellte Fragen:

(Stand der Informationen: 07.04.2020)

Wie kann ich die Versorgung und Bewegung der Haus- und Nutztiere trotz Beschränkungen sicherstellen?

Was heißt notwendige Versorgung und Bewegung von Nutztieren?

Transport von Nutztieren von Stall zu Stall oder zum Tierarzt

Was ist mit grenzüberschreitenden Transporten von Nutztieren?

Darf man mit dem Pferd noch ausreiten?

Was müssen Heimtierhalter beachten? Können sich Hunde und Katzen mit Corona infizieren oder das Virus übertragen?

Darf ich mit meinen Hund ausführen, wenn ich in Quarantäne bin?

Händewaschen nicht vergessen!

Wie kann ich Versorgung und Bewegung der Haus- und Nutztiere trotz Beschränkungen sicherstellen?

Zum aktuellen Zeitpunkt bestehen auch im Rhein-Neckar-Kreis Ausgangsbeschränkungen. Aber aus Tierschutzgründen müssen die uns anvertrauten Tiere trotzdem die notwendige Versorgung und Bewegungsmöglichkeit erhalten. Für Nutztiere, insbesondere Pferde in Vereinen, in Reitbetrieben und in Privathaltungen sollten deshalb Notversorgungspläne aufgestellt werden. Es geht darum, dass die ausreichende Versorgung mit minimalem Personalaufwand sichergestellt wird. Dazu sollte man sich gegenseitig absprechen. In manchen Fällen dürfen Tierbesitzer nicht mehr das Haus verlassen. Dann müssen Personen beauftragt werden, die sich um die Tiere kümmern. Dazu gehört auch die Sorge um die Tiergesundheit

Was heißt notwendige Versorgung und Bewegung von Nutztieren?

Die Grundversorgung für alle Tiere besteht aus einer tiergerechten Fütterung, Tränkung und Pflege der Tiere, die Kontrolle der Unterbringung und, ganz besonders wichtig, die tägliche Kontrolle der Tiere auf Krankheiten und Verletzungen.

Folgende Punkte dürfen auf einem Notversorgungsplan nicht fehlen:

  • Tiergerechte Fütterung und Tränkung
  • Pflege der Ställe und Weiden einschließlich Ausmisten und Einstreuen
  • Kontrolle der Wasser- und Futterversorgung
  • Tägliche Kontrolle der Tiere
  • Tägliche Bewegungsmöglichkeit z. B. kontrolliertes Reiten, Longieren oder freie Bewegung in einem Auslauf oder auf der Weide bei Pferden
  • Notwendige Gesundheitsbetreuung und tierärztliche Versorgung
  • Notwendige Huf- oder Klauenpflege

Manche Tiere benötigen eine zusätzliche tägliche Betreuung; z. B. mit der Gabe von Medikamenten oder besonderen Futtermitteln oder das Wechseln von Verbänden. Die notwendige tägliche Versorgung ist dementsprechend individuell auf das jeweilige Tier abzustimmen. Es ist gemäß Tierschutzgesetz verboten, einem Tier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Deshalb muss auch trotz aller Einschränkungen bei erheblichen Verletzungen oder Erkrankungen tierärztlicher Rat hinzugezogen werden. Bei allen Maßnahmen müssen die empfohlenen Hygieneregeln für die Menschen eingehalten werden. Dazu gehört auch, dass die Vereinbarung von tierärztlichen Terminen sorgfältig koordiniert werden muss.

Bei größeren Einrichtungen und Anlagen wie Reitställe und Pensionsställe sind nachfolgende Vorkehrungen nützlich:

  • Erstellen eines Anwesenheitsplans mit dem Ziel, die Anzahl der anwesenden Personen zu minimieren
  • Zutrittsregelung zum Stall und zur Weide; Publikumsverkehr und Personen, die nicht die Versorgung der Tiere übernehmen, sollen die Höfe und Anlagen nicht betreten
  • Einhaltung von Mindestabständen bei der Versorgung und Bewegung der Tiere

Transport von Nutztieren von Stall zu Stall oder zum Tierarzt

Nach Möglichkeit sollten die wirtschaftlichen Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Tierhaltung aufrechterhalten werden. Dies gilt insbesondere auch, wenn z. B. Nutztiere zur Verbesserung der Haltung von der Weide in den Stall gebracht werden. Es bestehen derzeit keine tierseuchenrechtlichen Einschränkungen für den Transport von Tieren oder tierischen Erzeugnissen auf Grund der Corona Virus COVID-19 Epidemie. Tiertransporte von Stall zu Stall und zum Schlachtbetrieb sind erlaubt. Auch der Transport eines Pferdes in eine Tierklinik muss zu jeder Zeit möglich sein, um die Notfallversorgung zu gewährleisten.

Was ist mit grenzüberschreitenden Transporten von Nutztieren?

Durch die Grenzschließungen kann es an den Grenzen zu unberechenbar langen Wartezeiten kommen. Das Veterinäramt und Verbraucherschutz empfiehlt deshalb dringend von grenzüberschreitenden Transporten abzusehen. Tierhalter, die Tiere im Ausland stehen haben, sollten Personen auf der anderen Seite der Grenze beauftragen, ihre Tiere zu versorgen.

Darf man mit dem Pferd noch ausreiten?

Gemäß den verfügten Bewegungsbeschränkungen darf man sich nur noch alleine oder zu zweit draußen bewegen. Ein Ausritt an dem sich zwei Personen beteiligen, ist nach derzeitigem Stand rechtlich zulässig sein. Allerdings sollte man nur dann ausreiten, wenn es gar keine andere Möglichkeit gibt, das Pferd zu bewegen.

Was müssen Heimtierhalter beachten? Können sich Hunde und Katzen mit dem Coronavirus infizieren oder das Virus übertragen?

Mit den steigenden Fallzahlen von Infektionen von Menschen mit dem Corona Virus COVID-19 stellt sich die Frage der Empfänglichkeit von Haustieren. Aus der Sicht der Wissenschaft wird Entwarnung gegeben. Es liegen bisher keine Erkenntnisse vor, dass sich Haus- bzw. Nutztiere mit dem Virus infizieren und damit eine Infektionsquelle für Menschen bilden. Für Haustiere wie Hund und Katze werden derzeit keine weiteren Maßnahmen wie z. B. Quarantäne empfohlen. 
An Tieren kann jedoch grundsätzlich das Virus haften bleiben und so weitergetragen werden. Deshalb ist es für Heimtierhalter immer ratsam, die Prinzipien der Hygiene zu beachten, wenn man mit Tieren in Kontakt kommt: Hände gründlich mit Seife waschen!

Das Corona Virus COVID-19 ist bei Tieren weder melde- noch anzeigepflichtig. Als Virusausscheider kommen sie nicht infrage. Daher ist es momentan nicht angezeigt, Laboruntersuchungen bei Heimtieren auf das Virus durchzuführen. Sollen dennoch Untersuchungen auf Wunsch des Tierhalters durchgeführt werden, wird auf private Labore verwiesen.

Darf ich mit meinen Hund ausführen, wenn ich in Quarantäne bin?

Wer sich mit Corona Virus COVID-19 infiziert hat, sollte den Kontakt zu Menschen und Tieren am besten vollständig meiden. Hundebesitzern wird empfohlen, das Tier während der Dauer der Quarantäne am besten einer Hundepension oder einem Hundesitter anzuvertrauen.

Händewaschen nicht vergessen!

In jedem Fall ist es immer eine gute Idee, die Hände nach dem Kontakt mit Tieren mit Wasser und Seife zu waschen.