Beinahe zehn Jahre lang hatte den Landrat dieses Projekt eines Neubaues der regionalen Schule insgesamt begleitet und hatte für ihn oberste Priorität, nun sei nach knapp zwei Jahren Bauzeit „ein Edelstein in der Schullandschaft" entstanden, beschrieb er. „Wir haben geduldig daran gearbeitet, den behinderten Kindern eine bessere Chance auf einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Die investierten Gelder sind gut angelegt, die Schule wird im Laufe der Jahre noch weiter an Kontur gewinnen und jedem einzelnen Kind und jedem Jugendlichen hier einen optimalen Weg der Förderung bieten", so Dr. Schütz vor zahlreichen Ehrengästen und im Beisein vieler Kinder und Jugendlicher, Lehrer und Pflegekräften.
Obwohl die alte Martinsschule noch gut in Schuss gewesen sei, wurde sie der ständig steigenden Zahl der schwerst mehrfach behinderten Kinder, die zudem oft Medizinische Behandlungspflege brauchen, nicht mehr gerecht. Dass die regionalen Partner in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen teuren Neubau für die Sonderpädagogik geschaffen haben, sei „keinesfalls selbstverständlich", bescheinigte Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner als Vertreter der Landesregierung, die das Vorhaben mit immerhin 6,4 Millionen Euro unterstützt habe. Ein großes Lob hatte er für den Landrat parat, der sich von keinen Widerständen habe beeindrucken lassen und sich seiner Verantwortung für die Schule, für die Kinder und Jugendlich, immer bewusst gewesen sei. „Die Metropolregion und das Land Baden-Württemberg können stolz auf diese Einrichtung sein", schloss er.
Zu Beginn und zwischen den Reden gab es immer wieder Aufführungen der Schülerinnen und Schüler, von den Gästen mit viel Beifall belohnt. Sichtlich bewegt vom Auftritt, der den „Umzugszug" musikalisch reflektierte, betonte Landrat Matthias Wilkes (Kreis Bergstraße) für die regionalen Partner, „wie gut, wichtig und richtig" der Neubau sei, „denn das Vorzeigen pädagogischer Arbeit überzeugt am Besten." Dass die Schule noch in der aktiven Amtszeit von Landrat Schütz eingeweiht werden könne, freue ihn, denn sie sei „eine Krönung seines Schaffens". Er erinnerte daran, dass die regionale Zusammenarbeit für die behinderten Kinder schon 1978 begann, als es den Begriff Metropolregion noch nicht gegeben habe. Doch für diese „ist es ein Vorzeigeprojekt und die Einweihung ein Freudentag", sagte Wilkes.
Das sah Ladenburgs Bürgermeister Rainer Ziegler ebenso. Ladenburg sei gerne Schulstadt, deshalb habe die Gemeinde das Projekt auch intensiv unterstützt. Zum Bau und zur Unterhaltung bedürfe es aber „breiter Schultern, die eine solche Schule tragen." Die habe man in den beiden Kreisen und Städten gefunden. Nachdem Architekt Maximilian Otto noch kurz auf die Planungs- und Bauphase sowie die einzigartige Gestaltung der Schule, die wie ein Dorf angelegt und in Zentralfunktionen und Klassenmodule gegliedert ist, überreichte er an Landrat Dr. Schütz den symbolischen Schlüssel, dessen Bart die von Künstler Pieter Sohl in Anlehnung an den Grundriss der Schule gestaltete Eingangsplastik aufnimmt. Der Landrat gab den Schlüssel an Schulleiter Kurt Gredel weiter, der sich zusammen mit den Schülersprecherinnen Melissa Noe und Laura Schäfer „für die wunderbare neue Schule" bedankte und allen Gästen zur Erinnerung einen Button der Martinschule offerierte. Ein Rundgang durch die Schule beschloss die offizielle Einweihung.
Unser Foto zeigt die Schlüsselübergabe mit Architekt Maximilian Otto, Landrat Dr. Jürgen Schütz und Schulleiter Kurt Gredel (v.l.n.r.).
