Abschluss der Flurneuordnung Waldangelloch
Gelungener Ausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie
Waldangelloch. Zur Schlussfeier in Waldangelloch konnte der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, Karl Breuner, zahlreiche Ehrengäste, Vorstandsmitglieder und am Verfahren Mitwirkende begrüßen. Er brachte zum Ausdruck, dass man stolz auf ein großes Werk zurückblicken könne, auf dessen Ergebnisse der Leiter des ausführenden Amtes für Flurneuordnung Sinsheim, Reinhold Schmidt, näher einging.
Die Bilanz der Flurneuordnung Waldangelloch, in einer ausführlichen Broschüre dokumentiert, kann sich sehen lassen. Insgesamt wurden 2,1 Millionen EURO investiert, wofür es 1,3 Millionen EURO Zuschüsse aus Bundes- und Landesmitteln gab. 315.000 EURO kamen von der Stadt Sinsheim. Die Kosten entstanden in erster Linie durch den Ausbau von 15 km befestigten Wegen, 45 km Grünwegen, 2 km Wassergräben, 2 Wasserrückhaltungen und umfangreiche Landschaftspflegemaßnahmen. Etwa 35 % der Mittel flossen in die Dorfentwicklung.
Nach der Neuordnung und Neuvermessung entstand ein verändertes Bild der Gemarkungskarte. Die Zahl der vorher unregelmäßig geformten Flurstücke hat sich erheblich reduziert. Obwohl nun für die Bewirtschafter zweckmäßig geformte, großflächige Strukturen entstanden, fand die Natur ausreichend Berücksichtigung, indem die ökologisch wertvollen Flächen von den Nutzflächen getrennt und erweitert wurden.
Mit der Flurneuordnung in Waldangelloch, so Schmidt, geht ein erfolgreiches Kapitel in der Geschichte der Großen Kreisstadt Sinsheim zu Ende. In 21 Flurneuordnungsverfahren wurden in den letzten Jahrzehnten über 12.000 Hektar, das entspricht 90 % des gesamten Stadtgebiets, einer umfassenden Neuordnung unterzogen. Neben der nachhaltigen Verbesserung der Agrarstruktur seien dabei wesentliche Beiträge zur Erhaltung der Kulturlandschaft, zur Infrastrukturentwicklung und zur Dorferneuerung geleistet worden.
Landtagsabgeordneter Helmut Göschel, der nach der Verfahrenseinleitung in den Vorstand der Teilnehmergemeinschaft gewählt wurde, bezeichnete das nun abgeschlossene Verfahren als äußerst gelungen. „Was lange währt wird endlich gut.“ So seien besonders die Belange des Naturschutzes nach neuzeitlichen Gesichtspunkten berücksichtigt worden.
Bürgermeister Achim Kessler überbrachte auch im Namen des Oberbürgermeisters den Dank der Stadt Sinsheim und wies auf die vielfältigen Maßnahmen hin, die mit diesem Verfahren eng verbunden sind, besonders auf das mit dem Feldwegebau entstandene Rad- und Wanderwegenetz. Für den im Zuge der Dorfentwicklung geschaffenen Dorfplatz fehle lediglich noch ein passender Name.
Der seit der Verwaltungsreform für die Flurneuordnungsverwaltung zuständige Dezernatsleiter des Rhein-Neckar-Kreises, Joachim Bauer, überbrachte die Grüße des Landratsamts. Dass die Arbeit in den Flurneuordnungsverfahren problemlos und zügig weiterläuft, ist für ihn ein Zeichen der guten und reibungslosen Umsetzung der Reform.
Ortsvorsteher Edgar Bucher brachte ebenfalls seine Freude über das gelungene Werk zum Ausdruck. Die Entwicklung in der Landwirtschaft, hin zu immer weniger und größeren Betrieben habe dieses Verfahren zwingend erforderlich gemacht. Ohne ein leistungsfähiges Wegenetz und größere Schläge wäre die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen heute kaum noch vorstellbar. Die Namensgebung für den Dorfplatz ist für Edgar Bucher zweitrangig. Viel wichtiger sei es gewesen, dass die für den Ausbau erforderlichen Zuschüsse geflossen seien.
Landwirtschaftdirektor Herbert Hecker vom Amt für Landwirtschaft und Naturschutz ging auf die aus Sicht der Betriebe dringend erforderliche Agrarstrukturverbesserung im letzten klassischen Verfahren im Raum Sinsheim ein. Diese Flurneuordnung habe sich für die Landwirtschaft bezahlt gemacht. Eine intakte Flurstruktur mit guter Erschließung sei der Unterbau für alle übrigen betrieblichen Entwicklungsmaßnahmen.
Bernhard Schwaninger vom Regierungspräsidium Stuttgart überbrachte die Grüße des Landesamts für Flurneuordnung Baden Württemberg. Die integrale ländliche Entwicklung hat nach seiner Aussage ein gutes Niveau erreicht, das es nun weiter zu entwickeln gilt, um die Konkurrenzfähigkeit der Landwirtschaft auf dem Weltmarkt zu erhalten.
Den Mitgliedern des Vorstands der Teilnehmergemeinschaft, Karl Breuner, Eugen Hagmaier, Eugen Nusshag, Ludwig Dentz und Karl Geibel durfte Bernhard Schwaninger in Anerkennung des langjährigen, ehrenamtlichen Einsatzes Dankurkunden unterzeichnet von Peter Hauk, Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, überreichen.

Insgesamt gab es an diesem Tag viel Lob und Anerkennung für alle, die zum Gelingen dieser nicht alltäglichen Maßnahme beigetragen haben. Neben dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ausführenden Amtes und die vor Ort tätigen Messgehilfen.
Zur Dokumentation der Veränderungen hat man sich außer der Abschlussbroschüre etwas weiteres einfallen lassen. Die in der Verwaltungsstelle Waldangelloch vorhandene, großformatige Aufnahme der Gemarkung vor der Neuordnung, soll künftig durch ein Pendant aus der selben Perspektive, nun mit dem heutigen Stand, ergänzt werden. Dieses Geschenk der Teilnehmergemeinschaft an die Ortsverwaltung ist als bleibende Erinnerung an eine für Waldangelloch epochale Maßnahme gedacht.
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