Aktuelles aus dem Amt für Flurneuordnung |
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Landrat Stefan Dallinger verabschiedet den Leiter des Amtes für Flurneuordnung
01.12.2011
Reinhold Schmidt - ein Landschaftsgestalter geht in den Ruhestand
Seit 1. Dezember ist für Reinhold Schmidt aus Sinsheim, dem seitherigen Leiter des Amtes für Flurneuordnung des Rhein-Neckar-Kreises eine neue Zeit angebrochen, schmunzelte Landrat Stefan Dallinger als er ihn in den Ruhestand verabschiedete. Für dessen große Verdienste um die Entwicklung von Gemeinden, von Landkreisen und zum Nutzen der Allgemeinheit zeichnete er ihn im Beisein vieler Weggefährten in der Feierstunde im Großen Sitzungssaal des Heidelberger Landratsamts mit der Silbernen Ehrenmedaille des Rhein-Neckar-Kreises aus. Zwar wirke die Flurneuordnung eher im Stillen, sagte der Landrat in seiner Laudatio. Doch dabei gehe es um viel mehr, als einfach nur Grundstücke neu zusammenzulegen. Mit einem wirklich integralen Ansatz kümmere sie sich bei den Verfahren darum, die Infrastruktur zu verbessern. Und im Idealfall, den Reinhold Schmidt hier in unserer Region und anderen Landesteilen oft erreichen konnte, geht es um ganzheitliche Lösungen, die vielschichtige Ansprüche an Grund und Boden, die Agrar- und Forststruktur, den Naturschutz, die Dorferneuerung, die Verkehrserschließung, Freizeit und Tourismus, aber auch die Wirtschaftsförderung berücksichtigen, so Landrat Dallinger. Damit sei er ein Landschaftsgestalter gewesen, der mit seiner Arbeit an der Nahtstelle von Politik, Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern die teilweise gegensätzlichen Interessen von Ökologie und Ökonomie ausgeglichen hat. Das sei aller Ehren wert, stellte der Landrat fest, der Schmidt als Zeichen der Anerkennung die Silberne Ehrenmedaille des Rhein-Neckar-Kreises überreichte.

Landrat Stefan Dallinger verleiht Reinhold Schmidt (r.) die Silberne Ehrenmedaille des Rhein-Neckar-Kreises
Reinhold Schmidt hat zwei Studiengänge abgeschlossen, den des Vermessungswesens an der Staatlichen Ingenieurschule Karlsruhe und den der Geodäsie an der Universität Karlsruhe. Seine Berufstätigkeit startete der Diplomingenieur dann 1975 beim damaligen Amt für Flurneuordnung und Landentwicklung in Sinsheim, arbeitete von 1992 bis 1994 als Referent beim damaligen Landesamt für Flurneuordnung und Landentwicklung Baden-Württemberg, daran anschließend bis 1998 als stellvertretender Amtsleiter in Buchen und bis 2002 als Leiter des Amtes für Flurneuordnung in Schorndorf. Anfang 2003 kehrte er nach Sinsheim als Leiter des Amtes zurück, das mit der Verwaltungsreform 2005 als Amt für Flurneuordnung zum Rhein-Neckar-Kreis kam. Schmidt war in viele, z. T. große Flurneuordnungsverfahren, Dorf- und Rebflurneuordnungen, Waldzusammenlegungen sowie Verfahren zum Hochwasserschutz eingebunden, hier in der Region z. B. in das Riesenprojekt B 535 Umgehungsstraße Schwetzingen – Leimen oder die Flurneuordnung in Ubstadt-Weiher, sein wohl größtes Verfahren mit fast 3.000 ha Fläche und über 14.000 landwirtschaftlichen Grundstücken im Eigentum von nahezu 3.000 Verfahrensbeteiligten.
Landesweite Aufmerksamkeit zog die Rebflurbereinigung am Schriesheimer Kuhberg (2006-2011) auf sich, die der Landrat als einen wirklichen Leuchtturm bezeichnete, zumal sie zwischenzeitlich sogar mehrfach ausgezeichnet worden ist. Hier wurden in relativ kurzer Zeit Weinberge als Kleinterrassen auf bis zu 60-prozentigem Gefälle angelegt und dabei die Belange des Vogel- Natur- und Biotopschutzes unter einen Hut gebracht. An der Bergstraße läuft, neben anderen neuen Verfahren, zur Zeit ein landesweit erstmaliges Modellprojekt „Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept Blühende Badische Bergstraße", das von der Flurneuordnungssverwaltung initiiert und geleitet wird und das einer vielfältigen Nutzung sowie der Offenhaltung der Landschaft, der Verbesserung der Artenvielfalt und zur interkommunalen Zusammenarbeit bei der Tourismusförderung dient.
Grüße und gute Wünsche für den Ruhestand überbrachten auch Ministerialdirigent Hartmut Alker vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Bruno Sauerzapf für die Kreistagsfraktionen, Konrad Fleckenstein für die Teilnehmergemeinschaften und der Personalratsvorsitzende Joachim Geiss, dem die Materie als ehemaligem Flurneuordner ebenfalls bestens vertraut ist. Ministerialdirigent Alker betonte, dass Schmidt in seiner 36-jährigen Berufszeit viele neue Strukturen geschaffen und Impulse gegeben habe, um vor allem die ländlichen Räume zu entwickeln. Er hob auch Schmidts zusätzliches breites Engagement für den Berufsstand in Verbandstätigkeiten oder als Mitglied im Prüfungsausschuss für Vermessungstechniker hervor. Er bescheinigte Reinhold Schmidt und seiner Arbeit ein „sehr hohes Qualitätsniveau", und dass die Arbeit der Flurneuordnung sehr gut angesehen sei, sei mit sein großer Verdienst.
Lothar Schlesinger tritt Nachfolge in Sinsheim an

Lothar Schlesinger, der neue Leiter des Flurneuordnungsamtes in Sinsheim
Auch die Nachfolgeregelung für Reinhold Schmidt hatte der Ministerialdirigent parat. Er stellte Lothar Schlesinger, den bisherigen Geschäftsführer des Verbandes der Teilnehmergemeinschaften Baden-Württemberg vor, dem Landrat Stefan Dallinger die Amtsleitung übertrug. Auch ihm ist Sinsheim nicht fremd, denn nach seinem Studium der Geodäsie hatte der Diplomingenieur von 1979 bis 1991 beim damaligen Amt für Flurneuordnung gearbeitet. Von 1991 bis 1993 leistete er Hilfe beim Verwaltungsaufbau der Flurneuordnung in Sachsen. Danach wirkte er federführend bei der Gründung des landesweiten Verbands der Teilnehmergemeinschaften mit, dessen Geschäftführung er 1996 übernahm.

